Eis, Macht, Militär – Warum Grönland plötzlich so wichtig ist
Shownotes
„Wir brauchen Grönland!“ Mit diesem Satz hat Donald Trump eine Debatte ausgelöst, die weit über die arktische Insel hinausgeht. Grönland ist die größte Insel der Welt. Sechsmal so groß wie Deutschland. Und doch leben dort nur rund 56.000 Menschen. Achtzig Prozent der Fläche sind von Eis bedeckt. Lange galt Grönland als Rand der Welt. Heute steht es im Zentrum globaler Machtpolitik. Denn mit dem schmelzenden Eis öffnen sich neue Schifffahrtsrouten und Rohstoffe werden zugänglich. Seltene Erden, Uran, Öl und Gas rücken in greifbare Nähe. Gleichzeitig gewinnt die Arktis militärisch an Bedeutung – für die USA, für Russland und für China. Donald Trump argumentiert mit dem Thema Sicherheit. Kritiker sagen, dies sei vorgeschoben – es gehe um Kontrolle, Einfluss und Besitz. Europa reagiert alarmiert: Dänemark warnt vor einer Zerreißprobe für die NATO, Deutschland signalisiert Unterstützung und sucht nach Antworten im Bündnisrahmen.
Welches Interesse hat Donald Trump wirklich an Grönland? Und was bedeutet all das für Europa, die NATO und die Menschen, die dort leben? Darüber sprechen wir mit Christine Leuchtenmüller, Leiterin des Auslandsbüros Nordische Länder der Konrad-Adenauer-Stiftung in Stockholm.
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00:00:04:
00:00:12: Wir brauchen Grünland.
00:00:13: Mit diesem Satz hat Donald Trump eine Debatte ausgelöst, die weit über die arktische Insel hinausgeht.
00:00:20: Grünland ist die größte Insel der Welt, sechsmal so groß wie Deutschland, und doch leben dort nur rund sechsundfünfzigtausend Menschen.
00:00:27: In Etta-Sophie wie in Baden-Baden oder Görlitz.
00:00:31: Achtzig Prozent der Fläche sind von Eis bedeckt, lange galt Grünland als Rand der Welt, heute steht es im Zentrum globaler Machtpolitik.
00:00:40: Denn mit dem schmelzenden Eis öffnen sich neue Schifffahrtsrouten und Rohstoffe werden zugänglich.
00:00:45: Seltene Erden, Uran, Öl und Gas rücken in greifbare Nähe.
00:00:50: Gleichzeitig gewinnt die Arktis militärisch an Bedeutung für die USA, für Russland und für China.
00:00:56: Trump argumentiert mit dem Thema Sicherheit.
00:00:58: Kritiker sagen, dass es vorgeschoben ist, es geht eigentlich um Kontrolle, Einfluss und Besitz.
00:01:04: Europa reagiert alarmiert, Dänemark warnt vor einer Zereißprobe für die NATO, Deutschland signalisiert Unterstützung und sucht nach Antworten im Bündnisrahmen.
00:01:14: Welches Interesse hat Donald Trump wirklich an Grönland und was bedeutet all das für Europa, die NATO und die Menschen, die dort leben?
00:01:22: Darüber spreche ich heute mit Christine Leuchtenmüller.
00:01:25: Sie leitet das Auslandsbüro Nordische Länder der Konrad-Adenauer-Stiftung mit Zitz in Stockholm.
00:01:31: Und sie wird uns erklären, warum der Konflikt um Grönland ein Symbol für die Zukunft der westlichen Ordnung geworden ist.
00:01:37: Mein Name ist Magdalena Feigner.
00:01:39: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Auslands-Info-Spotlight.
00:01:44: Ich bin jetzt mit Frau Leuchtenmüller in Stockholm verbunden.
00:01:47: Hallo, Frau Leuchtenmüller.
00:01:48: Schön, dass das heute klappt.
00:01:49: Hallo, Frau Feigner.
00:01:50: Sind ihr liebe Grüße aus Stockholm?
00:01:53: Ich habe von noch mal nach gesehen.
00:01:55: in Stockholm und Berlin hat es heute jeweils minus drei Grad.
00:01:58: Umso mehr braucht es also die kleine Aufwärmrunde, die auch ein fester Bestandteil in unserem Podcast ist.
00:02:04: Ich gebe Ihnen drei Halbsätze vor und Sie versuchen möglichst kurz zu vervollständigen.
00:02:08: In Ordnung?
00:02:10: Die größte Gefahr in der Arktis ist.
00:02:14: dass der geopolitische Wettstreit um arktische Ressourcen Regeln verdrängt und das empfindliche Ökosystem dort ignoriert.
00:02:23: Trumps Arktispolitik zeigt das,
00:02:27: dass sich die USA von der regelbasierten Ordnungspolitik verabschiedet haben.
00:02:32: Für Europa ist Grünland
00:02:34: ein.
00:02:36: Ein Frühwarnsignal.
00:02:37: Europa muss sich Handlungsfähiger zeigen und zeigen, dass es nur ein Akteur ist, der Sicherheit in der Arktis vermittelt und das gemeinsam tut mit seinen Verbündeten.
00:02:50: Frau Leuchtmüller, lassen wir uns zunächst auf die sicherheitspolitische Dimensionen blicken.
00:02:55: Grünland liegt strategisch zwischen Nordamerika und Europa.
00:02:59: Die USA sind dort seit Jahrzehnten militärisch präsent, vor allem über die Militärbasis, die Teil der amerikanischen Raketen, Frühwahn und Weltraumüberwachung ist.
00:03:08: Trump argumentiert, Grünland sei unverzichtbar für die Verteidigung des eigenen Territoriums.
00:03:14: Welche Sicherheitspolitischen Interessen verfolgen die USA heute konkret in und um Grünland?
00:03:21: Ja, derzeit, Sie haben es erwähnt, sind die Vereinigten Staaten mit nur einem Stützpunkt in Grönland präsent, nämlich der Pitofik Space Base.
00:03:30: Und diese dient vor allem der Frühwarnung und der Raketenabwehr.
00:03:35: Denn ihre Radarsysteme können Raketenstaats und Flugbahnen über der Arktis erfassen.
00:03:41: Und zugleich ist sie zentral für Weltraum und für die Satelliten-Siderheit.
00:03:47: etwa wenn es um Kommunikation geht, um Navigation oder über die Übermittlung von Lagebildern im All.
00:03:54: Darüber hinaus stärkt sie die Luft- und Seromüberwachung im Nordatlantik und der Arktis und sichert damit transatlantische Verbindungen innerhalb der NATO.
00:04:05: Grünland gehört offiziell zum Königreich Dänemark, ist aber weitgehend autonom.
00:04:10: Verteidigung und Außenpolitik liegen weiterhin bei Kopenhagen, Gleichzeitig fordern die USA eine stärkere militärische Absicherung der Region und kritisieren Dänemark offen für angebliche Versäumnisse.
00:04:23: Wo entstehen aus dieser Konstellation konkrete Spannungen oder Interessenskonflikte zwischen den USA und Dänemark und ist an den Vorhöfen bezüglich der Versäumnisse etwas dran?
00:04:34: Ja, Sie haben es erwähnt.
00:04:35: Außen- und Sicherheitspolitisch ist Grönland in das Königreich Dänemark eingebunden, insbesondere in Fragen der Verteidigung und wenn es um Fragen zu internationalen Bündnissen geht und selbstverständlich ist Grönland damit auch in das Bündnis der NATO eingebunden.
00:04:53: Der amerikanische Präsident wirft Grönland vor, nicht genug für die Sicherheit Grönlands zu tun.
00:05:00: Was allerdings nicht stimmt, denn die Regierung in Kopenhagen hat bereits Investitionen von über sechs Milliarden US-Dollar in verschiedene Verteidigungsfähigkeiten in Grünland zugesagt.
00:05:12: Denemark hat sowohl weitere F-Fünfund-Dreißig-Kampf-Chats auch als P-Acht Überwachungsflugzeuge aus den USA gekauft oder möchte diese noch kaufen, um möglichen Bedrohungen in der Arktis zu begegnen.
00:05:26: Gleichzeitig und das ist ein bisschen ja das widersprüchliche an dieser Situation, können die Washington seine militärische Präsenz jederzeit erhöhen auf Grönland.
00:05:37: Dazu gibt es sogar Vereinbarungen, sogar aus dem Jahr zwei Tausendvier.
00:05:42: Also es besteht kein Hinterungsgrund, weshalb sich die Vereinigten Staaten nicht auch intensiver an der Verteidigung Grönlands Wände nötig beteiligen könnten.
00:05:54: Trump selbst rechtfertigte seine Drohungen zuletzt der mit Sicherheitsrisiken.
00:05:59: Er erklärte, die USA müssten Grönland kontrollieren, da sonst Russland oder China die Insel übernehmen könnten.
00:06:06: Merken die Grönländer davon schon etwas.
00:06:08: Also wie präsent ist Russland und China derzeit in diesen Gebieten?
00:06:13: Ja, China und Russland sind sehr präsent in der Arktis.
00:06:17: Jedoch... ist die Arktis ein riesiges Gebiet, das vier Prozent der gesamten Erdoberfläche ausmacht.
00:06:26: Teile der Arktis sind absolut zentral für Russlands strategische Nuklearwaffen, also für Russlands Fähigkeit den Westen und insbesondere die Vereinigten Staaten, mit einem Atomkrieg zu betonen.
00:06:39: Diese Waffen befinden sich größtenteils auf der Kohlerhalbinsel, die erst einen Steinwurf weit entfernt von Kirkeners und Norwegen.
00:06:47: und befindet sich damit nicht auf Grönland.
00:06:51: Dort kann Russland relativ frei operieren.
00:06:53: Es geschützt durch Eis und Kälte.
00:06:57: Außerdem verläuft dort die kürzeste und direkte Flugroute von Russland zur zentralen Zielen an der Ostküste der Vereinigten Staaten.
00:07:05: Dadurch gerät Grönland in die Schusslinie und genau deshalb verfügen die Vereinigten Staaten bereits schon jetzt über diesen Militärstützpunkt, der Peterfuck Airbase, die wir bereits erwähnt haben und kann damit alles überwachen, was aus Russland angeflohen kommen könnte.
00:07:24: Von chinesische Schiffe um Grönland?
00:07:27: Nein, sie verkehren hauptsächlich zwischen China und Russland mit Rohstoffen und operieren vor Alaska bei Militärübungen, Forschungsvorhaben und sind aktiv in der Fischerei.
00:07:39: Ja, wir bleiben nochmal kurz bei China.
00:07:41: Das Land bezeichnet sich selbst als nahen arktischen Staat, investiert in Eisbrecher, Infrastruktur und Rohstoffprojekte und arbeitet eben in der Region eng mit Russland zusammen.
00:07:53: Gleichzeitig setzt Peking auf neue arktische Handelsrouten, die Europa und Asien deutlich schneller verbinden sollen.
00:08:00: Welche Ziele verfolgt China in der Arktis und welche Rolle spielen Grünland und die neuen Handelsrouten dabei?
00:08:05: Stichwort Neue Seidenstraße.
00:08:08: Ja, China ist offensichtlich sehr an der Arktis interessiert und verfügt sogar über eine eigene Arktisstrategie.
00:08:16: In erster Linie geht es China darum, die Arktis als Bühne zur Machtdemonstration zu nutzen.
00:08:21: Und gleichzeitig will China sich strategisch positionieren in Erwartung des weiterschmelzenden Eises.
00:08:29: Auch zeigen chinesische Unternehmen Interesse an Investitionen in Grönland, insbesondere im Bergbau.
00:08:36: Allerdings sind viele dieser Projekte aus Sicherheitsgründen aufgelegt worden.
00:08:42: Erwähnen möchte ich das Projekt, das Sie angesprochen haben, der Polaren Seidenstraße.
00:08:47: Es dient China als geoeconomisches und geopolitisches Rahmenkonzept und maritime Präsenz.
00:08:54: Damit soll die Lieferketten-Energiesicherheit technologische Standards und ein langfristiger Einfluss in der Arktis aufgebaut und ausgebaut werden.
00:09:04: Dieses Projekt ist bewusst zivil etikiert, dient aber dennoch einer klaren strategischen Ausrichtung und auch einer sicherheitspolitischen Dimension.
00:09:17: Spannend.
00:09:18: Lassen Sie uns gerne noch einen genauen Blick auf die NATO werfen.
00:09:22: Viele der arktischen anderen Erstaaten sind auch NATO-Mitglieder.
00:09:26: Gleichzeitig gibt es bislang keine eigenständige NATO-Arktis-Strategie, sondern viele nationale Ansätze.
00:09:33: Welche Rolle spielt die NATO jetzt aktuell im hohen Norden und wo liegen dann doch ihre Grenzen?
00:09:40: Die NATO übernimmt vor allem eine koordinierende und abschreckende Funktion.
00:09:45: Das heißt, sie bündelt die Verteidigungsplanung der nordischen Staaten, stärkt die Überwachung im Nordatlantik und der Arktis und organisiert gemeinsame Übungen.
00:09:55: Gleichzeitig, Sie haben es erwähnt, stößt sie an strukturelle Grenzen, dass sie keine eigenständige Arktisstrategie mit dauerhaft großen Druckenkontinent verfolgt.
00:10:06: und daher stark auf nationale Fähigkeiten angewiesen bleibt.
00:10:10: Insbesondere auf die Beiträge von Norwegen, den USA, Finnland und Schweden.
00:10:15: Eine zentrale Rolle auf dänischer Seite spielt dabei das Joint Arctic Command INUG, das als militärisches Führungs- und Koordinierungskamando für Grünland und die Verrührinseln tätig ist.
00:10:30: Sicherheitspolitisch funktioniert das Kommando zugleich als Schnittstelle zu NATO-Partnern.
00:10:36: Jedoch ist das Aktikkommand selbst kein eigenständiges Kommando und ist selbst deshalb nur als Schnittstelle zu den NATO-Partnern zu werden.
00:10:51: Trump hat angedroht, neue Zölle gegen mehrere europäische NATO-Partner verhängt zu wollen, falls diese nicht in seinem Sinn auf die Forderungen eingehen.
00:11:00: Glaubt man, seine Rede vom zwanzigsten Januar beim Weltwirtschaftsforum in Davos?
00:11:05: ist es nun vom Tisch?
00:11:07: Es soll eine Vereinbarung ausgehandelt werden, bei der es um Grünland und die gesamte Arktisregion gehen soll.
00:11:13: Wie genau diese Vereinbarung aussehen wird, ist noch unklar.
00:11:17: Frage an Sie, welche realistischen Szenarien sehen Sie für die kommenden Monate?
00:11:22: Auf welchen Ebenen könnte eine solche Vereinbarung tatsächlich verhandelt werden und wo liegen aus Sicht Dänemarks der NATO und Europas klare rote Linien gegenüber den USA?
00:11:34: Der BISSER ist wenig bekannt, was genau zwischen Donald Trump und dem NATO-Generarsekretär Margrute besprochen wurde.
00:11:41: Zentral soll jedoch sein, dass das bisherige Abkommen über die Stationierung von Streitkräften auf Grünland der sogenannte Grönland-Vertrag von oneinzehnthundert-einundfünfzig neu ausgearbeitet werden soll.
00:11:55: Dabei soll das geplant die US-Raketenabwehrsystem Golden Dome berücksichtigt werden, dass Trump ja auf Grönland errichten will.
00:12:05: Es könnte auch vereinbart werden, dass die USA die Souveränität über bestimmte Gebiete Grönlands bekommen, um dort Militärstützpunkte einrichten zu können.
00:12:16: Das würde dann auch bedeuten, dass die Entscheidungsmacht über diese Stützpunkte bei den Amerikanen liegen und nicht bei den Grönländern oder bei den Dänen.
00:12:27: Denkbar wäre auch, dass es zu einer weitgehenden Freigabe von Gebieten für den Bergbau, also möglicherweise auch dann im Konflikt mit grönländischen Interessen kommen könnte, sowie zu einer Priorisierung amerikanischer Unternehmen.
00:12:43: Das können die wiederum die Gefahr in sich bergen, dass die grönländische Bevölkerung nicht mehr selbst entscheiden kann, was und wie ihre eigenen Ressourcen gefördert werden.
00:12:55: Rutte betonte allerdings, dass die Frage der Souveränität Grönlands nicht Teil der Verhandlungen in Davos gewesen sei.
00:13:04: Und das markiert in der Tat auch die rote Linie.
00:13:07: Den Grönland ist ein autonomes Gebiet mit anerkanntem Selbstbestimmungsrecht, ein Statuswechsel, kann nur durch die grönländische Bevölkerung selbst entschieden werden bzw.
00:13:19: jeder politische oder militärische Druck würde zudem einen NATO-Partner betreffen und damit Bündnisrecht und das Völkerrecht verletzen.
00:13:28: Wir haben Europa heute schon mehrmals gestreift.
00:13:31: Im Bereich der Sicherheitspolitik möchte ich aber nochmal einhaken.
00:13:35: Mehrere europäische Staaten, darunter eben Deutschland, haben Dänemark ihre Unterstützung zugesichert.
00:13:41: Wir haben es alle in den Medien verfolgt, die Rede von März von Badevul.
00:13:45: Europa hat verschiedene Vorschläge unterbreitet, mehr Natopräsenz, mehr Überwachung und gemeinsame Übungen in der Arktis.
00:13:53: Aktuell ist die EU sicherheitspolitisch aber nur begrenzt handlungsfähig.
00:13:57: Kritiker sagen, Europa habe die Arktis lange vernachlässigt und reagieren nun vor allem auf amerikanischen Druck.
00:14:04: Was tut Europa in dieser Situation konkret und reicht das, was wir da jetzt aktuell anbieten?
00:14:11: Die Europäische Union verfolgt seit Jahrzehnt eine eigene Aktispolitik und ist auch mit einem EU-Büro genug präsent.
00:14:20: Wirtschaftlich und strategisch misst die EU der Aktis auch eine wachsende Bedeutung bei.
00:14:26: Aktische Ressourcen sind Teil dieser Strategie, insbesondere mit Blick auf Energieversorgung und auch mit Blick auf kritische Rohstoffe.
00:14:35: Es werden Rohstoffpartnerschaften und Gespräche über nachhaltigen Abbau verfolgt und aktuell hat die EU verstärkte Investitionen in der Arktis angekündigt.
00:14:45: Doch braucht die EU und das wird in der gegenwärtigen Debatte deutlich einen inhaltlichen Gegenentwurf.
00:14:52: Man könnte zum Beispiel Grönland und damit auch den Verrör-Inseln, Island und Norwegen explizit eine EU-Mitgliedschaft anbieten.
00:15:01: wie kürzlich das auch im Europäischen Parlament angeregt wurde.
00:15:06: Grünland trat, nach der Einführung der Selbstverwaltung im Jahr neunundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund.
00:15:25: Lassen Sie uns den Blick noch mal konkret auf Grünland richten.
00:15:28: Sie haben es vorhin schon gesagt, es gibt dort seit Jahren Debatten über mehr Autonomie oder langfristige Unabhängigkeit.
00:15:35: Gleichzeitig lehnt die Bevölkerung eine Übernahme durch die USA klar ab.
00:15:39: Wirtschaftlich ist die Insel stark auf externe Partner angewiesen.
00:15:43: Mich würde interessieren, welche realistischen Handlungsspielräume hat den Grünland selbst?
00:15:49: Ich gehe noch mal ein bisschen zurück in der Geschichte.
00:15:52: Mit dem sogenannten Home-Rule-Act von neunzehntundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund werden Grönland gleichzeitig weiterhin Teil des dänischen Staates blieb.
00:16:23: Einen entscheidenden qualitativen Sprung stelle das Selbstverwaltungsgesetz von dem Jahr two-tausend neun da.
00:16:29: Dieses Gesetz gilt als zentrale Malenstein in der Entwicklung der grönländischen Autonomie.
00:16:35: und deshalb kennt die Grönländer ausdrücklich als eigenes Volk im völkerrechtlichen Sinne an und erklärt grönländisch zur offiziellen Amtssprache.
00:16:44: Zugleich erhielt Grönland weitgehend Zugeständnisse, insbesondere in den Bereichen Rohstoffpolitik, Wirtschaft, Umwelt und Klimapolitik und in Weitenteilen der Justiz.
00:16:57: Besonders bedeutsam ist zudem das Veranker der Recht auf Unabhängigkeit.
00:17:03: Die grönländische Bevölkerung kann durch ein Referendum selbst über eine mögliche staatliche Eigenständigkeit entscheiden.
00:17:10: Und in der aktuellen Diskussion um Grönland heißt das, dass Grönland nicht einfach eine Verhandlungsmaße ist, sondern dass Grönländerinnen und Grönländer selbst über ihre Zukunft entscheiden können und das auch tun wollen.
00:17:22: Lassen Sie uns einen Blick auch auf die vergangenen Wahlen werfen.
00:17:26: Bei den Parlamentswahlen in Grünland im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, im März, mit unterschiedlicher Geschwindigkeit.
00:17:53: Die bisherigen Regierungsparteien verloren deutlich an Zustimmung.
00:17:57: Was sagt dieses Wahlergebnis über die Stimmung in Grünland aus, insbesondere zur Unabhängigkeitsfrage und zur Haltung gegenüber Dänemark und externen Akteuren?
00:18:08: Ja, das Wahlergebnis von März, zwanzig, fünfundzwanzig.
00:18:11: Sie haben das erwähnt, signalisiert einen klaren Kurs, nämlich Richtung Unabhängigkeit, dass ein klares und zentrales politisches Ziel bleibt.
00:18:22: Das soll aber schrittweise und auf einer soliden wirtschaftlichen Grundlage erreicht werden.
00:18:28: Und die Beziehung zu Dänemark bleibt weiterhin pragmatisch und kooperativ.
00:18:35: Vor allem die wiederholte US-Rhetorik über strategische Interessen im Vorfeld der Wahlen twenty-fünfundzwanzig hat das Bedürfnis nach Selbstbestimmung bei den Grönländern weiterhin verstärkt.
00:18:49: Und ein häufiger Satz, den man während des Wahlkampfs gehört hat, war, Grönland ist nicht zu verkaufen und er brachte die Stimmung sehr gut auf den Punkt.
00:18:59: Den Grönländern geht es um Kontrolle um die eigene Zukunft, nicht um eine schnelle Loslösung von Dänemark und schon gleich gar nicht um schnelle Lösungen oder um eventuell neue Abhängigkeiten.
00:19:15: Grönland und Dänemark stehen fest zusammen.
00:19:18: Das wurde auch deutlich als Grönlands Regierungschef Jens Frédéric Nielsen vergangene Woche gemeinsam mit Frédéricsen, der Ministerpräsidentin Dänemarks, vor die Präsentrat und dort sagte, Greenland does not want to be governed by the United States.
00:19:35: Greenland does not want to be owned by the United States.
00:19:39: Greenland does not want to be part of the United States.
00:19:43: We choose NATO.
00:19:45: We choose the Kingdom of Denmark.
00:19:47: We choose the EU.
00:19:49: Ich denke, das ist ein ganz eindeutiges Statement, was er da gegeben hat.
00:19:53: Und Umfragen aus ...
00:20:02: Lassen Sie uns zum Schluss noch einen Blick auf die Rohstoffe werfen.
00:20:05: Unter Grünlands Eis werden große Vorkommen seltener Erden, Uran, Kupfer und weiterer Rohstoffe vermutet.
00:20:12: Gleichzeitig gilt Ihre Förderung als extrem schwierig und teuer.
00:20:16: Wegen der Infrastruktur, dem Klima und natürlich den Entfernungen.
00:20:20: Wie realistisch ist es denn tatsächlich, dass Grünlands Rohstoffe in absehbarer Zeit eine strategische Rolle spielen?
00:20:27: Sie haben es erwähnt, es gibt ein hohes Potenzial an kritischen Rohstoffen wie seltene Erden.
00:20:32: Doch in absehbarer Zeit ist keine schnelle Exploration realistisch.
00:20:37: Die Gründe sind hohe Vaterkosten, fehlende Infrastruktur, strenge Umweltauflagen, begrenzte Arbeitskräfte usw.
00:20:46: Strategisch wichtig ist Grünland daher vor allem als Option und Signal für die Europäische Union.
00:20:54: zum Beispiel zur Diversifizierung für die USA und für China im geopolitischen Wettbewerb.
00:21:00: Grönland ist also weniger ein kurzfristiger Rohstofflieferant, sondern Grönland ist viel mehr ein langfristiger Faktor.
00:21:09: der immer wichtiger wird in der Geopolitik und vor allem auch im geopolitischen Wettbewerb zwischen den Vereinigten Staaten und zwischen China.
00:21:19: und hier sollte die EU schnell aktiv werden und zeigen, dass die EU Fake ist, alle an einen Tisch zu bringen und gemeinsam mit den Grönländerinnen und Grönland, mit denen sie mag, eine gute Politik zu machen für die EU, aber auch für Grönland und für die Partner.
00:21:39: Ja, vielen Dank, Frau Leucht, mal auf Ihre Einschätzung dazu.
00:21:42: Ich halte fest, Grünland ist derzeit eine Projektionsfläche für Großmachtdenken, für Sicherheitsängste, für geopolitische Fantasien.
00:21:51: Und dort trifft all das auf eine Region, die traditionell anders tickt.
00:21:55: Vielleicht eher nach dem Motto erst einmal ein Eisbad nehmen und in Ruhe nachdenken.
00:21:59: Die Grünländer verdeutlichen immer wieder, sie haben es gesagt, wir wollen keine Amerikaner sein, wir wollen... Keine denen sein, wir wollen Grünländer sein.
00:22:08: Und es geht um Sicherheit, um Macht, um Einfluss, aber eben auch um Selbstbestimmung und um die Frage, wer am Ende über die Zukunft dieser Insel entscheidet.
00:22:17: Und damit verabschiede ich mich von unserem heutigen Gast.
00:22:20: Vielen Dank, Frau Leuchtmüller für ihre Analyse und das Gespräch.
00:22:24: Frau Weigne, ich danke Ihnen sehr herzlich für dieses Gespräch, dass wir heute führen konnten über die Anliegen der Grönländerinnen und Grönländer.
00:22:34: Und dieses auch zeigen konnten im großen Kontext.
00:22:38: Und ja, wir bleiben guter Dinge, dass sich hier die Dinge gut entwickeln werden.
00:22:43: Und nochmal ein herzliches Dankeschön und viele Grüße nach Berlin.
00:22:46: Das war eine weitere Folge von Auslands-Info-Spotlight.
00:22:50: Wenn ihr Anregungen zum heutigen Thema habt, schreibt sie uns.
00:22:53: die E-Mail-Adresse findet ihr in den Show-Notes.
00:22:55: Frau Leuchtenmüller und ich haben heute am XXXIII.
00:22:58: Januar, XXXVI.
00:22:59: gesprochen.
00:23:00: Das Ganze ist eine Produktion der Konrad-Adenauer-Stiftung.
00:23:03: Ich bedanke mich fürs Zuhören und freue mich, wenn ihr auch beim nächsten Mal wieder dabei seid.
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