Zwischen Eskalation und Kontrolle – Wohin steuert der Konflikt mit dem Iran?
Shownotes
Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran hat eine neue Eskalationsstufe erreicht – militärisch, politisch und wirtschaftlich. Im Zentrum steht nicht nur die Frage nach Zielen und Strategien, sondern auch eine der sensibelsten Regionen der Welt: die Straße von Hormus, ein Schlüsselpunkt für den globalen Energiehandel.
Wie klar sind die strategischen Ziele der beteiligten Akteure? Wie wirksam sind die militärischen Angriffe tatsächlich? Und welche Risiken ergeben sich daraus für die Region – und für Europa?
Darüber sprechen wir in dieser Folge unseres Podcasts mit dem Nahost-Experten Dr. Thomas Volk, Leiter der Abteilung Naher Osten und Nordafrika der Konrad-Adenauer-Stiftung.
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Transkript anzeigen
00:00:04: Auslandsinfo.
00:00:05: Spotlight
00:00:06: um die Welt mit der Konrad-Adenauer Stiftung.
00:00:13: Die Straße von Hormuz ist nur wenige Kilometer breit und doch entscheidet sich hier gerade mehr als nur ein regionaler Konflikt.
00:00:21: Es geht um Öl, Gas, globale Lieferketten und die Frage wie stabil die internationale Ordnung noch ist.
00:00:29: Denn der Krieg der USA & Ismailz gegen den Iran hat nach der gezielten Tötung Ayatollah Ali Hamaneis eine neue Eskalationsstufe erreicht.
00:00:38: Während sich militärische Drohungen, wirtschaftlicher Druck und diplomatische Signale überlagern, bleibt ein Punkt zentral!
00:00:46: Wie weit ist dieser Krieg bereits eskaliert?
00:00:49: Und wie weit kann er noch
00:00:50: gehen?".
00:00:51: Darüber sprechen wir heute mit Dr.
00:00:53: Thomas Volk.
00:00:54: Er leitet die Nahostabteilung der Konrad-Adenauer Stiftung und hat selbst viele Jahre in der Region verbracht.
00:01:00: Mein Name war Natascha Kuppertran.
00:01:02: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von.
00:01:13: Hallo Herr Volk, schön dass Sie heute da sind.
00:01:15: Hallo!
00:01:16: Bevor wir gleich tiefer einsteigen beginnen wie mit einer kurzen Aufwärmdrundel bei der ich Ihnen Teise zuvorgebe die sie bitte vervollständig.
00:01:24: einverstanden?
00:01:25: Gerne...
00:01:28: Die aktuelle Eskalation im Konflikt um den Iran unterscheidet sich von Stürz und Krisen vor allem dadurch das
00:01:36: Das sehr weitreichende Folgen hat für die Stabilität in der Region nahe Osten, aber potenzielle auch darüber hinaus.
00:01:47: Die strategische Bedeutung der Straße von Hormuz liegt heute vor allem darin dass
00:01:53: sie international enorm wichtig ist für Energielieferketten.
00:01:59: Das größte Risiko in den kommenden Wochen besteht darin
00:02:03: das iranische Regime, das brutal in der Vergangenheit wiederholt auch gegen seine eigene Bevölkerung vorgegen, an der Macht bleiben könnte.
00:02:17: Dann steigen wir gleich tiefer ein.
00:02:20: Herr Verk, lassen Sie uns vielleicht mit der grundlegendsten Frage beginnen?
00:02:23: Die US-Regierung formuliert sehr unterschiedliche Ziele von Freiheit für die Irana bis hin zur Zerstörung des ballistischen Raketensystems aus Tierrede.
00:02:34: Gibt es überhaupt klar definierte strategische Ziele oder spielt ... Donald Trump gewusst mit Wahrheit als politisches Instrument.
00:02:43: Zuerst muss man festhalten, wir erleben jetzt über einen Monat Krieg im Nahen Osten die von den USA gemeinsam mit Israel gegen Iran begonnen wurden und seitdem eine Dimension, eine Intensität erreicht haben, die viele vermutlich in dieser Form nicht haben kommen sehen.
00:03:04: und die Kriegsziele wurden anfangs doch unterschiedlich definiert.
00:03:09: Die Amerikaner, namendlich US-Präsident Trump hat anfangsl deutlich formuliert es gehe um die Zerstörung der nogären Kapazitäten, zerstörung des ballistischen Raketensystems und dann überlasse man aber den Iranerinnen und Iranern die nächsten Schritte Während die israelische Regierung, auch hier vor allem Premierminister Netanyahu seit Beginn deutlich hervorhobt dass es um die Beseitigung dieses Regimes ginge.
00:03:41: In den letzten Wochen hat man dann auch von israelischen Kreisen zunehmend vernehmen können das geht nicht mehr um ein regime change sondern mehr um einen regime collapse.
00:03:51: also man hofft dass dieses Regime in Iran so stark unter Druck gerät, das es von innen heraus quasi zum Sturz gebracht wird.
00:04:02: Man sah also anfangs unterschiedliche Ziele die von Amerikanern und Israelis definiert wurden – man ist sich aber einig in dem übergeordneten strategischen Ziel, eliminiert werden müsste und dass alles daran gesetzt werden sollte, dass keine nukleare Kapazität des iranischen Regimes möglich sein würde.
00:04:35: Auf die nuklearte Kapazität kommen wir gleich nochmal zu sprechen aber bevor es darum geht noch eine Frage zu den tausenden angegriffenen Zielen im Iran von denen die USA ja immer wieder sprechen.
00:04:48: wie belastbar sind solche Angaben?
00:04:50: Wie lässt sich unabhängig überprüfen, ab zentrale militärische Fähigkeiten Irans zum Beispiel das Raketenasenal oder nuklearter Infrastruktur tatsächlich nachhaltig geschwächt worden?
00:05:02: Wir wissen von amerikanischen und israelischen Angaben dass in der Tat tausende militärisch Ziele in Iran getroffen wurden.
00:05:10: Das schon in der ersten Minute des Angriffs am XXVIII.
00:05:15: Februar.
00:05:18: über vierzig Führungspersönlichkeiten des iranischen Regimes eliminiert werden konnten und dass die Luftabwehr der Iraner ausgeschalten werden konnte, das inzwischen ja auch die Maritime-Schlagkraft des Iran beseitigt werden konnte indem die Marine zerstört werden konnte usw.
00:05:40: Es wurden strategisch wichtige militärische Kapazitäten des Iran bereits durch die Angriffe zerstört.
00:05:48: Wichtig zu betonen ist meiner Meinung nach auch, dass die Amerikaner und die Israelis mehrheitlich militärische Ziele angreifen während das iranische Regime durch seine Gegenangriffe ja gewissermaßen wahrlos um sich schießt Angreift sowohl in Israel als auch in den arabischen Golfstaaten, kam es in den letzten Wochen bereits zu Todesopfern und Verletzten weil das iranische Regime ohne Rücksicht auf Verluste eben auch zivile Infrastruktur angreift.
00:06:25: Ein Thema was ja bei diesem Krieg immer wieder im Zentrum steht ist das irranische Nupleabdruckwamme, auf das sie eben schon so sprechen gekommen sind.
00:06:33: Was würde es konkret bedeuten dieses Programm entscheidend zu beschädigen?
00:06:37: Und wo drin könnte man das abjektiv auch erkennen, gerade von außen?
00:06:43: Da gilt es noch mal darauf hinzuweisen dass die islamische Republik Iran im Grunde seit der islamischen Revolution neunzehntneunundsebzig zu einem destabilisierenden Akteur im Nahen Osten wurde.
00:06:56: Stellvertreter sogenannte Broxies in der Region etablierte Die Hisbollah im Libanon, die Houthi Militzen im Yemen in der Vergangenheit, der sogar die Terrororganisation Hamas im Gaza-Streifen finanzielle unterstützte.
00:07:12: Also das iranische Regime hat sich seit Jahrzehnten ein Stellvertreternetzwerk aufgebaut, dass zum Ziel hat und das wurde in der vergangenheit ja auch deutlich durch die Iraner formuliert Israel zu zerstören.
00:07:27: Und für dieses Ziel war das iranesche Regime auch bereit Uran hoch anzureichern, um im Grunde in den Besitz einer atomaren Waffe zu kommen.
00:07:38: Das wäre ein Horrorszenario nicht nur für die Sicherheit Israels sondern auch für die Stabilität der gesamten Region und dem Übrigen dann auch Europas gewesen denn allzu weit weg sind wir von dieser Region nicht und deswegen ist es ein wichtiges Ziel dieser militärischen Kampagne der Israelis unter Amerikaner Alles dafür zu tun, dass das iranische Regime sich eben nicht nuklear bewaffnen kann.
00:08:06: Dazu gab es in der Vergangenheit schon die unterschiedlichsten Initiativen vor einigen Jahren ja auch das JCPOA wo versucht wurde durch diplomatische Verhandlungen.
00:08:16: Das
00:08:16: JCPoA, kannst du Sie das nochmal erklären?
00:08:19: Das war vor wenigen Jahren ein Abkommen, in dem die Iraner gemeinsam mit den Amerikanern und europäischen Staaten diplomatisch durch Verhandlungen versuchten darauf hinzuwirken dass die Urananreicherung in Iran nicht weiter vorangetrieben wird.
00:08:37: Und vor allem dafür zu sorgen das der Iran nicht in den Besitz einer Atomwaffe gelangen könnte.
00:08:45: Da sind verschiedenste Verhandlungsrunden gelaufen.
00:08:49: An der letzten Trump-Periode gab es da schon die Erkenntnis, dass man mit diesem iranischen Regime nichtverlässliche Verhandlungen wird führen können und das zeigte im Grunde genommen schon in den letzten Jahren, dass obwohl diplomatische Bemühungen unternommen wurden, das iranische Regime nie ernsthaft breit war über die Aufgabe seiner nuklearen Kapazitäten zu verhandeln.
00:09:15: Es hat auf Zeit gespielt, es hat europäische Akteure auch getäuscht und war bis vor wenigen Monaten ja in der Lage das Uran soweit anzureichern, dass es möglicherweise kurz davor gestanden hätte, auch in dem Besitz einer Atomwaffe zu
00:09:34: kommen.".
00:09:35: Jetzt haben sie bereits überhaupt Proxies an der Region gesprochen.
00:09:38: Welche Rolle spielen denn ihr regionalen Kräfte und die Nachbarstaaten wie die Golfstaaten oder Akteure im Libanon, wie die Hisbollah?
00:09:46: Und wie groß ist doch die Gefahr, dass dieser Konflikt über die Stellfahrtsräter sich weiter ausdient.
00:09:53: Also was wir bereits erleben, ist das seit Anfang März auch die Terrororganisation Hezbollah aus dem Libanon Teil dieses Krieges wurde.
00:10:03: auch Israel angegriffen hat.
00:10:05: Die Hezbola ist der entscheidende Stellvertreter Irans in der Region.
00:10:11: Der Einflussreichste.
00:10:12: sind alle Beobachter überrascht dass die Hezbollah immer noch über so starke militärische Kapazitäten verfügt und Israel bis in diese Tage hinein nach wie vor stark angreifen kann.
00:10:27: Bei der Hezbola kommt erschwerend hinzu, dass sie im Süd Libanon quasi direkt an Israel angrenzt, das Sie über Kämpfer verfügen, die auch bereit werden, direkt mit israelischen Truppen-Inkampfeinsätze einzusteigen.
00:10:45: Und ohne Zweifel ist die Hisbollah unter direkter Kommandostruktur der iranischen Revolutionsgaden inzwischen und versucht alles, um diesen Krieg weiter in die Länge zu treiben.
00:11:00: Andere Stellvertreter sind die Houtimilizen Vor einigen Tagen ebenso in den Krieg eintraten.
00:11:08: Inzwischen schon mehrere Raketen auch auf Israel abschossen und da steht zu befürchten, dass sie auch weiterhin am Roten Meer versuchen werden die Schifffahrt mit einzuschränken.
00:11:21: Die zentrale Herausforderung bleibt daher das iranische Regime so stark zu schwächen dass Militärziele weiter ausgeschaltet werden können und das iranische Regime eben nicht mehr in der Lage sein wird Terror- und Instabilität über die gesamte Region zu sehen.
00:11:44: Herr Volk, wenn man sich die Lage anschaut dann stellt sich fast zwangsläufig die Frage wie weit dieser Konflikt überhaupt gehen kann.
00:11:52: immer wieder wird die Frage nach möglichen Bodengruppen aufgeworfen.
00:11:56: Werde ein Einsatz von US-Bundensdrücken im Iran militärisch sinnvoll oder politisch überhaupt durchhaltbar?
00:12:03: Iran ist geografisch ein riesiges Land.
00:12:06: Es ist mit einer Bevölkerung von über neunzig Millionen ebenso sehr groß und es verfügt vor allem über eine Revolutionsgade, die im Grunde ja derzeit de facto die Macht im Land übernimmt über hunderttausende Kampfbereite und schwer bewaffnete Einheiten.
00:12:28: Hinzu kommen Basij-Milizen, weitere Milizen die bereit sind Kämpfe zu führen auch da dieser Krieg natürlich ideologisch hoch aufgeladen ist.
00:12:40: Ich erwähnte die islamische Revolution neunzehntneunundsebzig.
00:12:45: Ist das ein Szenario, auf das sich das iranische Regime seit Jahrzehnten vorbereitete?
00:12:51: Nämlich den Kampf gegen amerikanische und israelische Truppen.
00:12:55: Und daher sollte niemand den Zweifel daran haben dass iranischen Milizen und die Revolutionsgaden bereit sein werden ihr Land zu verteidigen, zu kämpfen und sollte es daher tatsächlich zu einer US-amerikanischen Bodenoffensive kommen, dann würde ein blutiger und vermutlich auch langanhaltender Krieg die Folge sein.
00:13:21: Da die Revolutionsgaden in einer Kamikaze-Strategie versuchen würden, die Kosten der Amerikaner schnell in die Höhe zu
00:13:30: treiben.".
00:13:31: Selbst wenn große Teile irranischer Infrastruktur getroffen wurden?
00:13:36: Wie viel militär durch Handlungsfähigkeit bleibt dem Iran realistisch?
00:13:39: Und reicht diese Fähigkeit aus, um weiter den strategischen Druck auszuüben?
00:13:44: Etwa über die Straße von Hormuz.
00:13:47: Also in der Tat über ein Monat Krieg und viele Beobachter sind überrascht das es so lange dauert und der Iran bis heute noch in der Lage ist Israel aber auch die arabischen Golfstaaten anzugreifen und auch Verluste zu bewirken.
00:14:02: ebenso ist man über die nach wie vor bestehenden militärische Kapazitäten der Hisbollah erstaunt Und der Iran dürfte sich auch als Folge des Zwölftagekrieges zwischen Iran und Israel, auch teilweise unter amerikanischer Beteiligung im
00:14:18: Sommer-Zw.A.,
00:14:21: vorbereitet haben und dezentrale aufgestellt haben um die Kommandostruktur landesweit in die Fläche zu treiben und auch die Waffensysteme weniger geballt in städtischen Großräumen zu lagern sondern auch in die fläche des Landes zu gehen.
00:14:38: Von daher sehen wir nunmehr seit über einem Monat, dass der Iran nach wie vor in der Lage ist militärische Gegenschläge beachtlicher Art und Weise vorzunehmen.
00:14:50: Und obwohl es erhebliche Verluste bereits im Land gab immer noch nicht zu unterschätzen ist.
00:14:57: Der zweite Punkt ist natürlich die energiepolitische Auswirkung des Krieges.
00:15:04: Im Grunde entwickelt sich das ganze Jahr zu einem Energiekrieg, eben auch durch die Blockade des iranischen Regimes der Straße von Hormus.
00:15:13: Immerhin gehen über zwanzig Prozent der globalen Energielieferungen ja auch durch dieses Nadelöhr und da sieht man dass die Energiepreise-Energielieferketten weltweit bereits davon beeinträchtigt sind nicht nur in Europa noch viel stärker in Ländern Asiens und dass diese Komponente eben auch bewusst vom iranischen Regime genutzt wird, um im wahrsten Sinne des Wortes die Kriegskosten für die globale Wirtschaft in die Höhe zu treiben.
00:15:47: Europa ist ja nicht direkt militärisch beteiligt aber eben stark wirtschaftlich davon betroffen.
00:15:52: Welche Struktureinfolgen könnte dieser Konflikt für Energiepreise, Inflation, Industrie- und geopolitische Abhängigkeiten in Europa haben?
00:16:02: Kurzfristig und das sehen wir aktuell ja schon, sind Preissteigerungen die Folge.
00:16:08: Sowohl an der Zapfsäule was die Ölpreise angeht für jeden spürbar aber indirekt dann natürlich auch über eine zu erwartende höhere Inflationsrate und ein Abflachen des erwartbaren Wirtschaftswachstums.
00:16:26: Geopolitisch werden natürlich zu beobachten sein wie Mittel und Dauerhaft die Folgen dieses Krieges aussehen könnten, sowohl im Kontext der partnerschaftlichen Beziehungen mit den Golfstaaten, die bereits ja eingegangen wurden.
00:16:43: Wir wollten unsere Energieressourcen diversifizieren haben uns daher in den letzten Jahren verstärkt auch auf die Golfstaat konzentriert.
00:16:55: Dort gibt es jetzt selbst Angriffe auf die Energienfrastruktur, das heißt auch dort wird sich perspektivisch etwas an den Energiepartnerschaften verändern können.
00:17:05: Und die große Frage nach Ende dieses Krieges war noch immer erfolgen wird natürlich sein... Was bedeutet das auch für die außenpolitische Orientierung der Länder, der Region?
00:17:18: Vor allem im Hinblick auf die Frage ob sie sich weiter auf Sicherheitsgarantien der Vereinigten Staaten von Amerika werden verlassen wollen oder ob Sie sich möglicherweise andere Partner in der Region oder möglicherweise sogar noch weiter in Fernost suchen werden.
00:17:36: Inwiefern halten Sie das für wahrscheinlich das
00:17:42: Also dazu gibt es ja die verschiedensten Stellungnahmen bereits in den letzten Wochen.
00:17:48: NATO-Generalsekretär Rütte sagte wiederholt, dass kein Krieg der NATO sei und man gleichzeitig natürlich bereit sei jeden Zentimeter des NATO-Territoriums zu verteidigen.
00:18:02: Es gab auch Angriffe auf die Türkei, die abgefangen werden konnten von NATO-Abwehrsystemen.
00:18:10: Aber es ist deutlich dass dies kein Krieg der NATO aktuell ist und die Europäische Union appelliert wiederholt dass der Krieg zeitnah ein Ende finden müsste.
00:18:24: Gleichzeitig muss man sagen, ist inzwischen ja auch der Iran überhaupt nicht bereit über irgendwelche Waffenstillstände zu beraten und möchte diesen Krieg auch gezielt weiter fortsetzen.
00:18:39: Wir sind sicher durch die bereits erwähnten steigenden Energiepreise durch wirtschaftspolitische Maßnahmen von diesem Krieg betroffen, aber es gibt derzeit keiner Anzeichen dafür dass Europa bzw.
00:18:56: die Europäische Union zu einem aktiven Teil dieses Krieges werden könnte.
00:19:03: Konflikte werden ja selten nur außenpolitisch geführt wenn man die in nem politische Lage im Irland und in den USA neben den Länder legt.
00:19:11: Wer steht aktuell stärker unter Druck?
00:19:14: Washington oder Teheran?
00:19:17: Naja, das ist eine Frage die man unterschiedlich beantworten kann.
00:19:21: Klar ist dass der Iran militärisch massiv unter Druck steht.
00:19:27: Die militärische Infrastruktur wurde bereits erheblich geschwächt.
00:19:32: Der Iran ist unter Druck geraten militär und Er wird politisch zunehmend Unterdruck geraten Denn durch die iranischen Angriffe auf arabische Golfstaaten wird sich die Beziehung am Golf auch langfristig verändern und werden die Golfstaaten nicht vergessen, dass sie von Iran so erheblich angegriffen wurden.
00:19:56: In den Vereinigten Staaten von Amerika steigt der in-politische Druck natürlich auch.
00:20:02: Der Krieg ist enorm teuer um die eine Milliarde Dollar pro Tag Kriegskosten.
00:20:09: Wir haben dieses Jahr Mittermwahlen in den Vereinigen Staaten.
00:20:12: das wird man sich nicht allzu lange auch innenpolitisch als Thema erlauben wollen, je näher man an das Wahldatum kommt.
00:20:21: Von daher ist sicher auch in den Vereinigten Staaten ein innenpolitischer Druck zu spüren, zeitnah Kriegserfolge fortzuweisen bzw.
00:20:31: zu einem Ende dieses Krieges zu kommen.
00:20:34: aber militärisch – das steht völlig klar fest – sind natürlich die Iraner beziehungsweise das iranische Regime Erheblich unter Druck geraten.
00:20:46: Herr Volten, wenn wir zum Schluss den Blick nach vorne richten – welche realistischen Entwicklungspfade sehen Sie?
00:20:52: Oder anders gefragt an welchen konkreten Signalen ließe sich früh erkennen ob wir uns in Richtung Deeskalation oder weiterer Eskalation bewegen?
00:21:03: Wir erleben, glaube ich gerade einen Moment in unserer direkten Nachbarregion und das ist der Nahe Osten.
00:21:11: ja indem sich die Länder der Regionen in einer komplett neuen Wirklichkeit wiederfinden.
00:21:17: In der Neue Allianzen neue Sicherheitsarchitekturen entstehen und es zu geostrategischen Veränderungen kommt, deren Auswirkungen sicher erst in einem Jahrzehnt richtig abschätzbar werden.
00:21:34: Aber seit dem brutalen Angriff der Terror-Organisation Hamas auf Israel am siebten Oktober dass der Nahe Osten sich in einem Transformationsprozess befindet.
00:21:49: Das ging weiter dann mit dem Krieg im Gaza-Streifen, den Krieg gegen die Hisbollah im Libanon Diyya Israel zuvor angriff – mit dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember-Zw.A.
00:22:04: in Syrien, mit den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und Iran ja schon seit April-Zweißenzwanzig, jetzt wieder gegipfelt in diesem großen Krieg der Amerikaner und Israels gegen Iran.
00:22:19: Und den iranischen Gegenreaktionen auf die arabische Welt.
00:22:26: Das sorgt für Unruhe, für eine Instabilität in der Region, die seit zweieinhalb Jahren zu einer neuen Normalität in dieser Region wurde.
00:22:36: Es wird enorm wichtig auch für die Europäische Union sein, zu sehen welche neue Sicherheitsarchitektur und welche neue geostrategischen Allianzen am Ende dieser Kriege stehen werden.
00:22:54: Klar ist, die Region schreibt sich aktuell neu.
00:22:57: Es entstehen neue Verbindungen, neue Dynamiken in der Region – die Golfstaaten sind aktuell wieder stärker zusammengerückt.
00:23:08: Sie haben Iran auch durch seine Aggression Als Feinbild erkannt, Syrien ist aktuell, obwohl es selbst noch im Umbruch ist quasi stabil und nicht von diesem Krieg betroffen.
00:23:22: Die Zukunft des Libanon ist natürlich offen weil die Frage im Raum steht wie kann man sich von der Knechtschaft durch die Hisbollah lösen?
00:23:31: Die Zukunft das Gasastreifen bleibt offen, die Entwaffnung der Hamas ist immer noch nicht erfolgt Und dann stehen ebenso Parlamentswahlen in diesem Jahr in Israel an, die ganz entscheidend auch mit einen Beitrag dazu leisten werden wie die zukünftige israelische Politik in der Region aussehen wird.
00:23:52: Von daher sind ganz viele Unbekannte aktuell in der region vorhanden aber klar sein dürfte dass diese Region sich aktuell so stark verändert, dass das auch mittelfristig Auswirkungen darauf haben wird welche deutsche Außenpolitik wir im Nahen Osten dann gestalten werden.
00:24:13: Herr Volk vielen Dank für das sehr interessante Gespräch!
00:24:16: Ich danke ebenso.
00:24:19: Das war eine weitere Folge von AuslandsInfoSportLight dem AußenPolitik Podcast der Konrad Adenauer Stiftung.
00:24:26: Thomas Volk und ich haben uns heute am Donnerstag dem zweiten Abdrill unterhalten.
00:24:30: Vielen Dank fürs Zuhören – bis zum nächsten Mal!
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