Knotenpunkte im Welthandel: Macht der Handelsrouten und Rohstoffe
Shownotes
Der Krieg rund um Iran und die Eskalation in der Straße von Hormus zeigen, wie verwundbar die Weltwirtschaft geworden ist. Ölpreise steigen, Frachtschiffe ändern ihre Routen und globale Lieferketten geraten unter Druck. Doch die Straße von Hormus ist nur ein Beispiel für ein größeres geopolitisches Muster: Handelsrouten, Rohstoffe und technologische Abhängigkeiten werden zunehmend zu strategischen Machtinstrumenten. Wie abhängig ist die Weltwirtschaft von wenigen kritischen Knotenpunkten? Welche Rolle spielen Rohstoffe für technologische Souveränität und die Energiewende? Und verändert sich gerade das Grundprinzip der Globalisierung?
Darüber sprechen wir in dieser Folge des Podcasts mit Christian Hübner, Leiter der Abteilung Globale Ressourcen und Nachhaltigkeit der Konrad-Adenauer-Stiftung Die aktuelle Ausgabe der Auslandsinformationen, des Außenpolitik-Magazins der Konrad-Adenauer-Stiftung, ist hier online abrufbar: https://www.kas.de/de/web/auslandsinformationen/ausgaben/detail/-/content/mitte-rechts-ein-blick-auf-christdemokratische-und-konservative-parteien-weltweit
Hier könnt ihr die Printversion des Hefts „Auslandsinformationen“ kostenfrei abonnieren (DE & EN): https://www.kas.de/de/web/auslandsinformationen/zeitschrift-abonnieren
Alle Informationen zu unserem deutschsprachigen Podcast "Auslandsinfo.Spotlight" findet ihr hier: https://www.kas.de/de/web/auslandsinformationen/auslandsinfo-spotlight
Alle Informationen zu unserem englischsprachigen Podcast "International Reports“ sind hier verfügbar: https://www.kas.de/en/web/auslandsinformationen/international-reports
Transkript anzeigen
00:00:04: Auslandsinfo, Spotlight.
00:00:06: Um die Welt mit der Konrad-Adenauer Stiftung.
00:00:14: Ölpreise steigen innerhalb weniger Tage deutlich an.
00:00:17: Frachtshilfe meiden zentrale Handelsduten Versicherungen für Tanker werden teurer Manche Transporte ganz eingestellt.
00:00:26: Der Grund ist der Krieg rund um Iran und die zunehmende Eskalation in der Straße von Hormuz.
00:00:33: Durch diese Mehränge zwischen dem Iran-und Oman wird ein erheblicher Teil des weltweit gehandelten Österreichs transportiert.
00:00:40: Seit Beginn des Konflikts kam es dort immer wieder zu Angriffen auf Schiffe, militärdischen Drohungen und massiven Einspänkungen der Schifffahrt.
00:00:50: und plötzlich wird sichtbar, wie abhängig die Weltwirtschaft von wenigen strategischen Verbindungen ist.
00:00:57: Denn die Straße von Hormuz steht für ein größeres geopolitisches Muster.
00:01:01: Handelsbluten, Durststoffe- und Lieferketten sind längst nicht mehr nur wirtschaftliche Infrastrukturen – sie werden zunehmend zu strategischen Machtinstrumenten.
00:01:11: Staaten kontrollieren kritische Durststoffe, verhängen Exportbestrengungen oder nutzen wirtschaftlich Abhängigkeiten Gezielt politisch.
00:01:20: Erleben wir gerade eine neue Form von Machtpolitik über Märkte, Ressourcen und Handelswege?
00:01:27: Darüber sprechen wir heute mit Christian Hübnern – er ist Leiter der Abteilung globale Ressoursen- und Nachhaltigkeit der Kontert Adenauer Stiftung!
00:01:35: Mein Name ist Frau Natascha Kuppertran.
00:01:37: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Auslands Info-Spotlight.
00:01:50: Hallo Herr Hübbner, schön dass Sie heute da sind.
00:01:53: Ja, vielen Dank für die Einladung.
00:01:54: Hört mich sehr gefreut!
00:01:54: Wie immer möchte ich mit einer kleinen Aufwärmrunde starten bei der Ich Ihnen-Teilsätze vorgibelt, die Sie bitte vervollständigen einverstanden?
00:02:03: Ich bin einverstand...
00:02:06: Wenn Handelsbooten blockiert werden merkt Europa das zuerst bei
00:02:11: Energie.
00:02:13: Rohstoffe können dann so einem politischen Machtinstrument werden wenn
00:02:18: sie für geopolitische Interessen eingesetzt werden.
00:02:22: Die wichtigste Lerde aus der aktuellen Energiekrise ist...
00:02:27: Das wird zuabhängig von fossilen Energieträgern sind.
00:02:34: Herr Hübner, wenn wir auf die aktuellen Spannungen rund um zentrale Handelsdoten schauen etwa im Rutenmeer oder in der Straße von Hummus was macht dieser Doten so entscheidend und warum reagieren Märkte und Staaten so sensibel darauf?
00:02:48: Eine aktuelle Krise findet natürlich in einer Region statt mehr oder weniger die Welt mit Öl und Gas versorgt.
00:02:59: Immer noch wobei gemerkt, es gab auch früher schon Krisen in der Region, die auch schon zu weltweiten Energiekrisen geführt haben und so leider auch dieses mal wieder.
00:03:09: und gerade auch Europa das selbst in einer großen Transformationslücke ist würde ich's so nennen.
00:03:16: also wir sind ja so ein Umbau Richtung erneuerbaren Energien Aber halt noch nicht so weit, dass wir von solchen Krisen losgelöst sind.
00:03:24: Und die Region ist halt nur mal zentral.
00:03:27: Wenn es darum geht Öl zu exportieren, Gas zu exportierend auch wenn wir in Deutschland jetzt gar nicht vom Gas viel aus der Region bekommen.
00:03:34: aber wenn dort eine Krise ausbricht dann berührt das halt die ganze Welt und die Welt merkte.
00:03:39: und dann müssen wir mit Regionen wie zum Beispiel Asien konkurrieren und dann wird es sehr schnell zur hohen Preise und zu Angebotschocks kommen.
00:03:48: Jetzt haben Sie bereits über Europa und die erneuerbaren Energien gesprochen.
00:03:52: Da würde ich auch gerne später nochmal darauf eingehen, aber vielleicht vertiefen wir das noch einmal mit diesem strategischen Nadelirn?
00:04:00: Welche anderen Orte auf der Welt wären ähnlich kritisch wenn dort Konflikte eskalieren würden wie an der Strasse von Homoos?
00:04:08: Es gibt einige Regionen in der Welt wo sich Energie- oder Rohstoffressourcen konzentrieren.
00:04:14: jetzt gerade mit Blick Auf den Iran-Krise sehen wir das halt sehr stark im Ölmarkt, dem Gasmarkt.
00:04:20: Wir sehen das auch in zahlreichen Rohstoffprodukten zum Beispiel Helium oder Schwefelsäure.
00:04:25: Im Grunde Primer Produkte sind.
00:04:27: wenn es darum geht später weitergehen eine Produkte wie Dünger herzustellen oder Helium, was für die Halbleiterindustrie extrem wichtig ist, die auch dort konzentriert sind, wird vielleicht noch ein bisschen der Öffentlichkeit zu wenig erwähnt.
00:04:40: Er wird viel über Öl und Gas diskutiert und über Spritpreise jetzt gerade ja auch in Deutschland.
00:04:44: aber die Folgewirkungen, die auf den Rohstoffmärkten jetzt auch noch auf uns zukommen können auch sehr dramatisch ausfallen wenn diese Krise weiter anhält um eine Blockade dort stattfindet.
00:04:55: Wenn man sich diese Lage anschaut stellt sich ja fast zwangsläufig die Frage wie politisch solche Abhängigkeiten inzwischen geworden sind.
00:05:03: Ab wann wird Kontrolle über Rohstoffe oder Transportwege tatsächlich zu einem politischen Machtinstrument?
00:05:11: und finden Sie, wir erleben diese Entwicklung gerade in einer neuen Intensität?
00:05:15: Wir sehen natürlich schon eine Neuordnung weltweit.
00:05:19: Wir haben Großmächte USA die sich verändern ihre Interessen viel aggressiver auch kommunizieren und halt auch umsetzen.
00:05:30: China das geopolitische Interessen verfolgt.
00:05:33: Wir haben eine ganze Reihe von Mittelmechten, die sich mit dieser neuen Situation auseinandersetzen müssen und dort auch sich auch eine Sprache und auch einen Gewicht verschaffen müssen.
00:05:44: in der aktuellen Krise Energie- und Rohstoffkrise, in der wir uns befinden ist Europa an einer ganz besonderen Situation.
00:05:51: Wir habe einerseits die Situation dass die USA selbst zu einem starken Energieexporteur geworden sind.
00:05:59: Sie exportieren Gas in flüssiger Form, sie exportieren Öl.
00:06:03: Das sind quasi selbst nicht unmittelbar von den Importen aus der Region wo jetzt die Krise stattfindet abhängig.
00:06:10: Wohl bemerkt aber inpolitisch spüren sie es auch weil halt diese Rohstoffe international gehandelt werden.
00:06:16: und wenn die Preise hoch sind dann wirkt sich das natürlich auch auf höhere Preise an der Tankstelle in den USA was dort auch sicherlich zur in-politischen Fragen führt.
00:06:26: China auf der anderen Seite hat sich in den letzten Jahren strategisch klug auf alle möglichen Szenarien eingestellt, hat strategische Reserven und Speicher hochgefahren.
00:06:36: Kann deshalb vielleicht mit so einer Krise auch verhältnismäßig gut umgehen kann gleichzeitig auf feste Pipeline-Infrastrukturen sucht man zum Beispiel zurückgreifen kann dort seine Importmengen erhöhen, substituieren zu dem was sie vorher beispielsweise aus dem Iran unmittelbar bekommen haben.
00:06:52: Also ist da eigentlich erstaunlicherweise auch ganz gut aufgestellt in der aktuellen Krise und Europa ist dann mittendrin.
00:06:59: Europa ist besonders getroffen im Grunde von dieser Krise weil eine hohe Abhängigkeit von Öl und Gas auf den globalen Merken plus den Rohstoffen liegt gerade auch schon genannt habe abhängig ist.
00:07:10: China kommt hier vielleicht auch noch ein weiterer Aspekt hinzu, der auch mal ein bisschen unterschätzt wird.
00:07:15: China hat es halt auch geschafft in den letzten Jahrzehnten sich im Bereich Rohstoffe strategisch viel besser aufzustellen.
00:07:21: also eine ganze Wertschöpfungskette Wo kommen seltenen Erden her und wo können die raffineriert werden?
00:07:26: Das können sie halt alles bei sich selbst.
00:07:28: Und sind da halt insgesamt dann auch gut aufgestellt.
00:07:30: China kommt noch hinzu, die Abhängigkeit von fossilen Urstoffen ist dort weiterhin hoch.
00:07:36: aber Sie haben es halt auch geschafft strategisch klug und aus wirklich urengsten Energie-Sicherheitsinteressen in den letzten Jahren in der neuerbaren Energiensektor auszubauen also Windkraft zu nutzen, Solarkraft zu benutzen was mittlerweile spürbar dort auf den Strommärkten einwirkt und auch zu einer Resilienz halt auch beiträgt.
00:07:52: Und nicht nur, dass sie Wind und Sonne dort sehr gut nutzen können in einem so großen Maßstab der weltweiten Leihersgleichen lucht.
00:07:59: Sie können auch die Solaranlagen herstellen.
00:08:01: Sie kann auch die Windkraftanlagen her stellen.
00:08:03: also sie haben dort tiefe Wertschöpfungsketten aufgebaut für die es wiederum aber auch Rohstoffe wie seltener Erden braucht.
00:08:09: Also wir haben da strategisch sich resilient gemacht und können deswegen gerade auch ganz gut mit dieser Krise umgehen.
00:08:16: Das wiederum umgekehrt ist halt etwas, was Europa gerade erst beginnt.
00:08:19: Also wir fangen ja jetzt gerade erst an uns strategisch dort Resiliente aufzubauen.
00:08:24: Wir haben ein Critical Raw Material Act aufgebracht, das absolut nie richtig Richtung geht.
00:08:29: Kennen Sie das erklären?
00:08:30: Was ist das?
00:08:31: Das ist ein Gesetz, was im Grunde auf europäischer Akt entstanden ist der europäische Unternehmen oder Länder dazu auffordert selbst kritische Ressourcen halt vorzuhalten und zu erschließen oder wenn sie in ihre Produktion einfließen, dass die halt aus heimischer Versorgung kommen oder aus diversifizierten Quellen kommen.
00:08:51: Aber es soll im Grunde die Rohstoffresilienz in Europa verbessern.
00:08:55: dafür ist das gedacht.
00:08:57: Problematisch ist aber dann natürlich, wenn es weltweit nichts gibt was man einkaufen kann keine Minen hat und zu Hause vielleicht auch keine Rohstoffberg bei Unternehmen hat, die das in Europa halt erschließen können ist es schwierig, dann kann man das zwar gesetzlich einfordern aber die Umsetzung ist halt schwierig wenn nichts da ist.
00:09:12: Aber gerade für Europa ist das eine ganz große Herausforderung.
00:09:15: wir sind in diesem Transitionsprozess.
00:09:18: Wir hatten ja erst vor ein zwanzig eine große Energiekrise.
00:09:21: so Russland die Ukraine überfallen hat hat Deutschland ja gesagt okay wir wollen unsere Energieimportabhängigkeit von Russland komplett lösen haben dann gesagt kurzfristig wollen wir auf LNG Gas über Importe setzen die jetzt aber fast zu hundert Prozent aus den USA kommen.
00:09:36: Auch ein Partner, der da auch Interessen mit verbinden wird aller Wahrscheinlichkeit nach und das halt auch eine Abhängigkeit entsteht, mit der wir dann in Zukunft auch umgehen müssen.
00:09:45: Also das ist für Europa eine ganz, ganz schwierige Phase.
00:09:49: Wo wir einerseits versuchen Resilienz gegen solche internationalen Krisen aufzubauen, indem wir unsere Rohstoffabhängigkeiten reduzieren und mit denen wir unsere Energieabhängigkeit reduzieren.
00:09:58: Aber das ist ein Prozess in dem wir uns mittendrin befinden.
00:10:01: Und noch haben wir nicht diese großen Möglichkeiten zu sagen dass wir uns von so etwas unabhängiger machen
00:10:06: können.".
00:10:07: Und wie bewerten Sie das?
00:10:08: Können wir diesen strategischen Vorsprung Chinas noch aufholen?
00:10:13: Ich glaube, man kann sowas immer auffungen.
00:10:15: Aber China ist es natürlich schon sehr weit voraus was das betrifft.
00:10:19: Es ist ja mit strategischer Weitsicht sind dort solche Resilienzstrukturen aufgebaut worden über Wertschöpfungsketten bei den Ausbau der erneuerbaren Energien über den Ausbord der Pipeline Infrastruktur Richtung Russland Ist da sehr gut unterwegs eine Hightech-Technologieindustrie die sich dort aufgebaut hat.
00:10:37: aber ich glaube nach wie vor dass wir in Europa Das auch können, wenn wir das wirklich politisch wollen.
00:10:43: Wir haben sicherlich europäische Integration spielt eine große Rolle die wir dort.
00:10:47: europäischer Binnenmarkt sollte auch müssen natürlich aufgebaut werden.
00:10:50: Die Umsetzung dieses Critical Raw Material Extends das müssen wir gut umsetzen.
00:10:54: dann kann das ein ganz ganz wichtig und starker Resilienz Faktor sein.
00:10:59: Wir müssen wahrscheinlich unsere Wertschöpfungsketten da jetzt auch in Deutschland noch mal überdenken und sagen nicht nur vom Endprodukt her denken sondern sagen wo kommen die Rohstoffe her die wir brauchen für uns Produkte?
00:11:09: müssen da breit und diversifiziert weltweit aufgestellt sein, damit wir diese Unabhängigkeit haben.
00:11:15: Und zwar einerseits unabhängig gegenüber China, aber wir müssen uns sicherlich auch ein Stück weit selbstständiger gegenüber den USA an der Stelle machen und dürfen jetzt nicht alle Eier in einen Korb lehnen.
00:11:24: Wir müssen das breit aufteilen, siehe doch viele Möglichkeiten Richtung Afrika zu gehen.
00:11:29: Viele Partnerländer die da möglicherweise auch um Frage kommen für Rohstoffabkommen, für Kooperationen im Bereich.
00:11:35: Diese Schritte müssen gegangen werden.
00:11:37: wichtig ist hier Ich sage mal so eine Art strategische Coherenz in diesen verschiedenen Politikfeldern, außenpolitisch, wirtschaftspolitisch, sicherheitspolitisch und energiepolitisch.
00:11:47: Das muss zusammengedacht werden.
00:11:49: Und wenn wir das von Anfang an machen, glaube ich können wir einseitige Abhängigkeiten wie jetzt einfach entstanden sind dann auch im Runde abbauen.
00:11:58: Jetzt haben Sie eben schon im Blick auf Europa gerichtet.
00:12:01: Wo sehen Sie denn derzeit die größten europäischen Verwundbarkeiten?
00:12:05: Also eher bei Energie oder bei den spritzischen Drossstoffen, über die wir gesprochen haben oder bei technologischen Vorabprodukten zum Beispiel auch?
00:12:12: Ja bedauerlicherweise in allen drei Faktoren.
00:12:15: Wir haben ja es wirklich begonnen jetzt... uns strategisch an diesem Bereich aufzustellen, also unsere Energieimporte zu diversifizieren.
00:12:26: Die erneuerbaren Energien die man in Europa nutzen kann auch stärker zu nutzen Rohstoffe zu diversificieren zu überlegen.
00:12:32: okay wir können nicht alle seltenen Erden aus China bekommen.
00:12:35: das geht ja auch die Wertschöpfungskette noch einen Schritt weiter wenn es darum geht wenn wir unser erneurerbarer Energieninfrastrukturen Netze zum Beispiel oder Übertragungsnetze Infrastruktur haben dass wir dort halt auch mich Bauteile also wenn kritische Bauteil auch überdenken Wo kommen die her?
00:12:50: Sind dadurch entstehender durch neue Abhängigkeiten, entstehende durch Kontrollmöglichkeiten und durch externe Akteure.
00:12:56: Also die Dinge müssen halt einfach viel stärker vor Ihnen mit eingedacht werden.
00:13:00: Da ist man jetzt dran.
00:13:01: Die Diskussion laufen.
00:13:02: Es gibt auch erste gesetzliche Überlegungen in diesem Bereich das zu verfestigen.
00:13:07: also da haben wir auf der Wertschöpfungsebene sicherlich noch einigen Nachholbedarf.
00:13:11: Wir haben bei den erneuerbaren Energien Das ist sicherlich mittel bis langfristig der einzige Weg wie wir diesen Abhängigkeiten und Vulnerabilitäten halt umgehen können.
00:13:22: Wir müssen noch viel stärker in Europa die erneuerbaren Energien ausbauen, wir müssen die Infrastruktur dafür aufbauen damit wir auch innerhalb Europa die Erneuerbarung effizient nutzen können.
00:13:34: Auf dem Weg dahin das muss aber auch klar sein wird es nicht ohne Gas zum Beispiel als Einfassile-Energieträger funktionieren.
00:13:42: Das werden wir brauchen, damit halt wenn weniger Sonne ist und wenn weniger Wind ist.
00:13:47: Wir halt entsprechend auch eine Versicherung haben das immer Energieversorgungssicherheit gewährleistet ist.
00:13:54: im Bereich Rohstoffe glaube ich müssen wir nicht nur schauen was wir weltweit noch diversifizieren können um zum Beispiel einseitige Abhängigkeiten gegenüber China in den Erdenbereich zu verringern.
00:14:08: Ich glaube wir müssen hier auch noch mal stärker nach innen schauen und uns überlegen, was können wir eigentlich in Europa abbauen?
00:14:15: Gerade wenn es um das Thema Lithium geht.
00:14:17: Also wichtige Energiespeicher, die eine große und wichtige Rolle bei dem Ausbau der erneuerbaren Energien spielen aber auch andere Rohstoffe.
00:14:24: Wir haben ein Großteil davon in Europa.
00:14:27: Wir hatten sowas auch schon abgebaut zum Teil Aber irgendwann haben wir dann begonnen im Zuge von Globalisierung und Wirtschaftsprozesse, die weltweit aufgestellt wurden Das halt hier nicht mehr zu machen.
00:14:36: Aber das gibt natürlich mit vielen grundsätzlichen Fragen eine Umweltproblematik, wenn ich im Bergbau betreibe.
00:14:41: Aber in der Ansicht wir können deshalb peinischen Bergbau in Europa oder an Deutschland nicht einfach abschreiben, bloß weil es Umweltaufflagen gibt?
00:14:48: Ich glaube da müssen wir uns dann auch überlegen okay wie können wir hier die Rahmenbedingungen verbessern dass halt Rohstoffkonzerne auch in Europa gerade für unsere Energien ne kritische Rohstoffe erschließen können?
00:14:58: Das ist dann ein Grund die bestmögliche Variante um eine Sicherheit zu gewährleisten.
00:15:04: Wenn ich das eben richtig verstanden habe, dann heißt es also dass die Energiewende geopolitische Abhängigkeiten verändert.
00:15:11: Entstehen gerade neue strategische Risiken obwohl eigentlich mehr Unabhängigkeit erreicht werden soll.
00:15:17: wie bewerten sie das?
00:15:20: Die Energiewände oder der Umbaurichtung Erneuerbare verlangt natürlich dass wir die entsprechenden Rohstoffe dafür auch haben.
00:15:28: Lidium zum Beispiel für Energiespeicher, seitener Erde für die Magnetechnologie und noch viele andere Rohstoffe, die dafür notwendig sind.
00:15:36: Wir müssen auch das Know-how haben also die Patente, die Technologie.
00:15:41: Wir müssen den Bereich Wasserstoff aufbauen, also Elektrolysegeräte herstellen können und betreiben können.
00:15:47: Wir werden wahrscheinlich auch Wasserstoff importieren müssen.
00:15:51: Wasserstoff ist ja so ein Energieträger oder eine Energiespeichermöglichkeit für erneuerbare Energien die mittelfristig halt auch speitern zu können.
00:15:59: aber wir wissen im Grunde schon jetzt bei Wasserstoff das wir gar nicht in der Lage sein werden, all das in Deutschland oder Europa zu produzieren was für hier bräuchten wenn wir alle unsere energie klimaziele erreichen wollen.
00:16:11: Das heißt wir werden das importieren müssen.
00:16:13: da muss man sicherlich auch vorsichtig sein jetzt von wo man das importiert welche partnerländer dafür eine frage kommen.
00:16:20: da gibt es schon viele abkommen auch die auch gut sind gerade mit mittelmächten.
00:16:24: aber ich denke hier muss man sehr vorsichtig seien ob wir hier nicht neue abhängigkeiten schaffen die möglicherweise dann zur ähnlichen Interessen Divergenzen führen können wir sie zum Teil auch bei anderen Fragen sehen.
00:16:35: Also in Europa oder die Energiewende ist sicherlich der Königsweg, um uns unabhängiger zu machen.
00:16:41: aber So einfach ist es nicht umzusetzen, das wird auch noch eine ganze Weile dauern bis wir wirklich in der Lage sind dass wir Europa oder Deutschland die erneuerbaren Energien so weit haben.
00:16:50: Dass sie breit nutzbar sind in der ganzen Industrie.
00:16:54: Wir haben ja auch energieintensive Industrie die einen ganz anderen Bedarf hat.
00:16:57: Da gibt es viele spannende technologische Entwicklungen Das man da Wasserstoff und Schmelzbereich zum Beispiel nutzen könnte.
00:17:04: Aber das sind Pilotanlagen, das sind jetzt noch keine industriell tragbaren Lösungen.
00:17:07: Das wird hoffentlich kommen aber jetzt ist es nicht der Fall.
00:17:10: Wir können ein Großteil der Energien in Deutschland so noch nicht mit einer neuen Energie bedienen und beim Wasserstoff hat man auch die Problematik gegenwärtig.
00:17:20: Das ist ein Weg den wir gehen wollen weil es Teil der Energiewende ist aber aktuell fehlen die Investitionen in den Bereich und es gibt auch noch gar nicht die Nachfrage bei der Industrie, um diesen Wasserstoff zu nutzen.
00:17:32: Also das sind alles noch so sehr große Herausforderungen mit denen wir uns auseinandersetzen müssen, die wir erstmal lösen müssen.
00:17:38: Interessant ist auch sicherlich muss man natürlich auch groß geopolitisch überlegen wo gehen die Amerikaner hin?
00:17:45: Die USA geht China langfristig hin wird China irgendwann einen Elektrostart also ganz stark auf erneuerbaren Energien aufbauen?
00:17:54: Da wird jetzt schon viel drüber gesprochen.
00:17:56: Ich bin da noch ein bisschen zurückhaltend, der Trend geht natürlich in die Richtung aber einen Großteil der Energie in China wird immer noch aus Kohlekraftwerken gewonnen und Öl im Gas spielt auch weiterhin eine große Rolle.
00:18:06: Auf der anderen Seite sehen wir in den USA den Trend dass sie fossilen Energieträger dort eine stärkere und gewichtigere Rolle reinnehmen sollen kann man marktwirtschaftlich irgendwie nachvollziehen weil halt viel Öl und Gas dort halt auch Schälgas oder Schiefergas verhandeln ist.
00:18:23: Aber gleichzeitig und man sieht halt auch politisch, dass in den USA das jetzt auch stark gefördert wird.
00:18:28: Die Ausbau der fossilen Energieträger.
00:18:31: Umgekehrt hat.
00:18:32: man sieht es hier und da, dass Windkraftparks zurückgestellt werden aber gleichzeitig ist es trotzdem noch so in den
00:18:37: U.S.A.,
00:18:38: zumindest so mein letzter Blick, dass die erneuerbaren Energien zu hochwettbewerbsfähigen Preisen auch ausgebaut werden.
00:18:45: also ich bin ein bisschen.
00:18:46: ob jetzt die USA so ein fossiler Staat wird weiß ich nicht.
00:18:49: sie haben die Ressourcen.
00:18:50: das muss man sehen wie sich das langfristig entwickelt.
00:18:53: Die entscheidende Frage ist jetzt, wo steht Europa dazwischen?
00:18:56: Wir haben halt auch Abnahmeverträge mit den USA.
00:18:58: Also was die Abnahme von LNG-Gas betrifft in großen Mengen stellt sich sicherlich die Frage steht das möglicherweise sogar unseren eigenen Ausbauzielen im Bereich der Energie Erneuerbaren Energien entgegen.
00:19:10: Also das sind schon alles Fragen, die man sich auch dann auseinandersetzen muss und ob wir uns wenn wir solche Verträge machen da auch nicht langfristig an fossile Energieträger wiederbinden.
00:19:20: auf der anderen Seite dass es also viel Komplexität, die da drin ist Phänomene, die wir jetzt auch in Europa sehen Wir brauchen ja Gas mittelfristig um unsere Energiewende irgendwie halbwegs sicher umzusetzen gerade in Deutschland.
00:19:31: Es gibt es aber auch Staatenweltweite natürlich auch schon Laseen oder Anbieter von LNG Die sich fragen warum müssen wir damit euch einen langfristigen Vertrag machen, wenn ihr dann sowieso irgendwann rausgeht aus der ganzen Geschichte.
00:19:42: Oder wenn ihr zum Beispiel Compliance-Regeln in Europa habt die uns am Ende auch, wenn Ihr Gas aus unserem Land bezieht, wollt ihr das dann ganz genau wissen?
00:19:51: wie es mit den Umweltauflagen, mit dem Naturell?
00:19:53: Das macht ja alles Sinn.
00:19:54: aber die Frage ist trotzdem ob der Anbieter von Gas das machen muss, wenn er sagt ich kann das auch vor Andershin verkaufen.
00:20:00: also das macht die Sache nicht einfacher.
00:20:02: Das heißt wir sind aufgrund unserer Compliance Regeln oder Auflagen gar keine attraktiven Partner
00:20:08: mehr.
00:20:08: Na ja, ich sag's mal so.
00:20:09: Wir haben sehr hohe Auflagen und wir wollen sehr genau wissen wie es mit unseren Lieferketten weltweit aussieht.
00:20:15: Wir wollen sehr genaue Wissen wie es damit den Umweltbilanzen aussieht.
00:20:18: da gibt es auch jetzt viele Bewegungen in Brüssel das jetzt wieder etwas zurückzufahren aus Bürokratiegründen allen voran.
00:20:26: Aber das ist schon etwas, was im Ausland oder außereuropäischen Ausland wahrgenommen wird und auch kritisch wahrgenommen werden.
00:20:31: Das gehört schon dazu, dass es auch zu kommunizieren also nicht so, dass die Welt jetzt sich so ausrichtet wie wir das hier in Europa machen oder die Welt auf Europa wartet an der Stelle.
00:20:42: Also gerade jetzt in der Krise sehen wir uns ja bei den Gasmärkten Wir konkurrieren ja unmittelbar mit asiatischen Gasabnehmern dir genauso unter der Energiekrise leiden wie wir dies tun.
00:20:52: Und dann ist halt ein Marktwettbewerb über die viel, viel knapper gewonnenen Gaskapazitäten, die weltweit gehandelt werden.
00:20:58: Öl auch und die Preise steigen.
00:21:00: und wenn die Preisen natürlich in Europa dann auch weitergegeben und am Ende haben wir alle höhere Energiekosten zu
00:21:06: bewältigen.".
00:21:08: Wenn Sie jetzt eine konkrete Handlungsempfehlung aussprechen müssten wie kann Europa auf diese Entwicklung reagieren ohne sich wirtschaftlich abzuschotten oder so wie sie es gesagt haben neue problematische Abhängigkeiten zu schaffen?
00:21:22: Ja, das ist die große Frage.
00:21:23: Ich glaube wir haben ja diesen Weg schon eingeschlagen.
00:21:28: Wir Diversifizieren unsere Rohstoffversorgung also denken die Wertschöpfungskette von Anfang bis zum Ende durch.
00:21:35: wir Haben uns den Ausbau der erneuerbaren Energien und nachdem wo es an die Ukraine überfallen hat war es ja direkt neben dem dass wir unser Gas jetzt aus den USA bekommen auch Die Entscheidung die Erneuerbare-Energien noch mal schneller auszubauen.
00:21:48: Das passiert ja auch de facto.
00:21:52: Ein Ruf, den wir jetzt wieder haben der auch kommt.
00:21:54: Also das wird auch passieren aber das wird natürlich kurzfristig erst mal nicht so viel helfen weil es halt lange dauert bis solches Infrastrukturen aufgebaut werden.
00:22:03: Ich glaube diese strategische Coherenz ist ganz wichtig dass stärker in dem Blick also um Abhängigkeiten frühzeitig zu sehen und zu vermeiden.
00:22:10: Wir müssen auch klar machen wo wir resilient sein müssen in welchen industriellen Sektoren Auch aus sicherheitspolitischen Erwägungen heraus und dann auch sagen okay hier Es ist für uns wichtiger, dass wir darauf achten... ...dass wir da nicht in eine Abhängigkeit hineingeladen und vielleicht auch europäische Anbieter dann halt bevorzugen an der Stelle.
00:22:31: Das ist sicherlich ein wichtiger Punkt und im Technologiebereich müssen wir viel stärker und souveräner werden.
00:22:37: Wenn das jetzt zum KI geht oder Quantentechnologie oder andere Technologietechnologie Da müssen wir dann auch sagen, wo können wir das für uns nutzen?
00:22:46: Was haben wir hier für heimische Anbieter und müssen die dann zumindest in den sicherheitsrelevanten Bereichen zum Zugekommen lassen dort.
00:22:54: Das ist schon ein wichtiger Aspekt.
00:22:56: Und dann ganz wichtig überlegen mit welchen Ländern wir wie viel Witcher-Beziehung eingehen.
00:23:01: Europa hat finde ich gute Schritte gemacht wenn es um den Ausbau der Freihandelsabkommen, die ganz wichtig sind auch für uns.
00:23:07: In diesem Freihandelsabkommen spielt natürlich auch Energie und Rohstoffe eine große Rolle.
00:23:11: Da stehen neue Partnerschaften, neue Lieferketten die auch vielleicht zu dem Rahmen von solchen Freiheitsabkommen auch eine gewisse Stabilität um Langfristigkeit erhalten können.
00:23:21: also das ist sicherlich auch ein Bereich der ausgebaut werden kann und sollte und auch schon passiert.
00:23:25: Also es ist so.
00:23:26: jetzt die Frage nach Handlungsempfehlungen.
00:23:28: ist es passiert viel?
00:23:29: Es ist einfach sie Krisen sind ja gerade in so einem großen Rhythmus hier bedauerlicherweise unterwegs.
00:23:35: schon viel passiert ist.
00:23:36: Aber es kommen so kurzfristig, dass Maßnahmen, die getroffen sind gar nicht so schnell zum Zugekommen können um Resilienz zum Beispiel zu erzeugen.
00:23:45: Herr Hübner, abschließend noch eine Frage zur grundsätzlichen Entwicklung.
00:23:49: Wenn wirtschaftliche Verflechtung zunehmend geopolitisch genutzt wird verändert sich dann gerade das Bund von Sieb der Globalisierung?
00:24:00: Ja ich glaube schon Die Idee war ja immer, wirtschaftliche Verflechtungen soll Stabilität schaffen.
00:24:06: Jetzt sehen wir zumindest bei der einen oder anderen sehr einseitigen wirtschaftlichen Verflechtung das Gegenteil.
00:24:13: und auf der anderen Seite haben wir natürlich auch durch neue Freien als Abkommen weiterhin das Versprechen, dass wir dort wirtschaftlich partizipieren zusammenarbeiten.
00:24:21: Ich glaube auch, dass das wichtig ist aber man muss sich halt sehr gut überlegen wie das in dieser neuen geopolitischen Welt funktionieren kann.
00:24:30: Man muss einfach Lieferketten von Anfang bis Ende durchdenken frühzeitig.
00:24:35: Wir müssen vielleicht auch auf neue Partnerstaaten setzen, die es bisher nicht so oft im Radar hatten.
00:24:41: wir müssen natürlich auch anerkennen dass China und USA ihre Interessen auch sehr stark durchsetzen.
00:24:49: Und da auch sich mal Interessen überkreuzen und wieder natürlich auch überlegen müssen was haben wir dann für Möglichkeiten und man dann trotzdem gut unsere Ziele zu verfolgen?
00:24:59: ja wirtschaftliche Verpflichtung, Schaffstabilität.
00:25:03: Aber in dieser neuen multipularen Welten müssen wir halt überlegen mit welchen Ländern wir die politisch-aus-sicherheitspolitischen Erwägungen heraus halt auch weiter fortführen
00:25:10: wollen.".
00:25:11: Herr Ypner vielen Dank für das sehr interessante Gespräch!
00:25:15: Ich habe zu danken.
00:25:19: Das war eine weitere Folge von AuslandsInfoSpotlight dem Außenpolitik Podcast der Konrad Adenau-Stefflung.
00:25:26: Christian Hümmler und ich haben uns heute am Donnerstag den siebten Mai unterhalten.
00:25:30: Wenn euch der Podcast gefällt Abonniert gerne Auslandsinfos-Spotlight und lasst uns eine Bewertung an.
00:25:36: Und falls euch internationale Politik auch auf Englisch infossiert, hört gerne auch in den englischsprachigen Podcasts International Report sein!
00:25:44: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal!
Neuer Kommentar