Neue Rolle im Indopazifik – Australien zwischen China und den USA

Shownotes

Lange galt Australien vor allem als weit entferntes Urlaubsland. Heute spielt das Land eine zunehmend wichtige Rolle in außen- und sicherheitspolitischen Debatten. Ob der Umgang mit China, der Indopazifik, kritische Rohstoffe oder neue Sicherheitskooperationen: In vielen geopolitischen Debatten spielt Canberra heute eine wichtigere Rolle als noch vor wenigen Jahren. Warum ist das so? Wie erlebt Australien die wachsenden Spannungen zwischen China und den USA? Welche Rolle spielen Bündnisse wie AUKUS? Und was können Deutschland und Europa von Australiens Erfahrungen lernen? Darüber sprechen wir in dieser Folge unseres Podcasts mit Sabina Wölkner, Leiterin des Regionalprogrammes Australien und Pazifik der Konrad-Adenauer-Stiftung. Die aktuelle Ausgabe der Auslandsinformationen, des Außenpolitik-Magazins der Konrad-Adenauer-Stiftung, ist hier online abrufbar: https://www.kas.de/de/web/auslandsinformationen/ausgaben/detail/-/content/lateinamerika-der-unterschaetzte-partner

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00:00:04:

00:00:14: Australien liegt jedenfalls von Europa ausbezrachtet am Rand der Welt.

00:00:19: Und doch wird das Land immer stärker von den großen weltpolitischen Rivalitäten und Machtverschiebungen erfasst, während Europa auf die Ukraine blickt und die USA zunehmend auf China befindet sich Australien an einer der entscheidenden geopolitischen Bruchlinien des XXI.

00:00:35: Jahrhunderts dem Indo-Pazifik.

00:00:38: Das Land verfügt über enorme Rohstoffvorkommin, gehört zu den engsten Verbündeten der Vereinigten Staaten und investiert Milliarden in seine Verteidigungsfähigkeit.

00:00:47: China ist Australiens wichtigster Handelspartner – und zugleich die größte strategische Herausforderung.

00:00:54: Australien steht damit exemplatisch für eine Frage, wie viele westliche Demokratien beschäftigen.

00:01:02: Hallo liebe Sabina, schön dass du da bist.

00:01:31: Hallo Rana ich freue mich hier zu sein!

00:01:33: Wir beginnen unseren Podcast immer mit einer kleinen Aufwärmrunde, bei der ich Teilsätze vorgebe, die du bitte vervollständigst.

00:01:41: Einverstanden?

00:01:42: In Ordnung!

00:01:45: Was mich an Australien am meisten fasziniert ist...

00:01:49: Ja, die beeindruckende Tier- und Pflanzenwelt.

00:01:52: ...Australien ist geopolitisch in einer einzigartigen Position, weil….

00:01:58: Weil es zum einen mit den USA und dem transatlantischen Beziehung eine große Rolle spielt, und gleichzeitig natürlich in die eigene Region den Indo-Pacific sehr stark hinein wirkt.

00:02:08: Was Deutschland und Europa von Australiens Außenpolitik lernen können ist...

00:02:14: Entschlossenheit, Gelassenheit, Optimismus und eine klare Zielverfolgung.

00:02:25: Sabina für viele Deutsche war aus Berlin lange vor allem ein weit entferntes Urlaubsland Aber heute wird das Land zunehmend als strategischer Partner wahrgenommen.

00:02:36: Was hat sich in den vergangenen Jahren verändert und warum lohnt es sich aus deiner Sicht gerade jetzt ein genauer Blick auf

00:02:45: Australien?

00:02:46: finde ich seit ich da bin, merke ich für Deutschland und Europa immer wichtiger.

00:02:50: Und umgekehrt wird aber auch Deutschland-Europa für Australien wichtiger.

00:02:54: Das ist wirklich ganz schön zu sehen!

00:02:56: Der wichtigste Grund natürlich ist die verändert der Weltlage – Großmachtsrevalität, USA & China, die Unsicherheit in den internationalen Beziehungen… Aber auch der Wunsch, der auf beiden Seiten besteht nach verlässlichen Partnern.

00:03:09: Und ja, für Deutschland und Europa ist der Indo-Pacifik auch nicht mehr so ganz weit weg.

00:03:14: Auch wenn sich Geografische jetzt natürlich daran nichts erst mal geändert hat – was dort aber passiert betrifft unsere Sicherheit besonders unseren Lieferketten, aber auch unseren Wohlstand unmittelbar?

00:03:25: Ein Beispiel, ein großer Teil des deutschen Handels außerhalb der EU hängt mit dem Indo-Pacific zusammen.

00:03:31: Rund sechzig Prozent des weltweiten Seehandels verlaufen durch diese Region.

00:03:35: Besonders wichtig sind da die Engstellen, die wir jetzt auch schon immer mehr in den Medien hören – die Straße von Malacca oder die Taiwanstraße gerade mit Blick auf Elektronik, Halbleiter und andere ganz wichtige zentrale Lieferketten.

00:03:49: Und eine Krise dort hat natürlich eine Folge für Europa.

00:03:51: Das können wir ja heute auch sehr stark an den Krieg im Iran beobachten und der Sicherheitslage im Nahen Osten, was dann ebenso Unsicherheiten bei den Lieferkettenrisiken... bei der Energie- und Rohstoffversorgung führt.

00:04:06: Und die Australien ist da schon auch ein Partner, der naheliegt.

00:04:10: Es ist eine stabile Demokratie, es teilt mit Deutschland Europa auch ganz wichtige Interessen wie offener Handel, der Wunsch nach freiem See wegen die Respektierung des internationalen Rechts – und natürlich auch die Unterstützung einer regelbasierten Ordnung!

00:04:26: Ja und vielleicht wirtschaftlich, weil wir ja immer viel über Energietransitionen aber auch eben zunehmend über Sicherheitspartikel sprechen?

00:04:34: kommt auch der Punkt hinzu, dass Australien für Europa als Rohstofflieferant und eben auch für die Energietransformation selbichtig sein kann.

00:04:42: Lithium, seltene Erden, Nickel- und andere kritische Rohstoffe sind da vor Ort in großen Massen – und sie sind ja entscheidend für Batterien, Digitalisierung für die Energietransition aber eben auch for die Verteiligungstechnologie Und sie können eben Europa helfen, stückweit unabhängiger von den Lieferungen aus China zu werden.

00:05:05: Deswegen ist das glaube ich wichtig dass man hier auch diese Zusammenarbeit und das findet ja auch statt im Bereich der Rohstoffe verstärkt.

00:05:15: Und vielleicht noch ein anderer Grund, strategisch ist Australien auch hervorragend vernetzten.

00:05:19: Das kann uns ja auch helfen mit den USA, mit Japan, Südkorea – das sind die Regionen Indopazifik, Indien, Indonesien, Neuseeland und auch den Pazifischen Inselstaaten.

00:05:29: Und gleichzeitig ist Australiens Partner der NATO zwar nicht mit NATO Mitglied aber Partner der Nato und damit eben wie zu Beginn eine Brücke zwischen euro-atlantischer und indopazifischer Sicherheit.

00:05:40: Deswegen finde ich, Australien ist nicht nur so ein irgendein Wertepartner.

00:05:44: Es ist ein ganz wichtiger Partner für die Zukunft um eben Sicherheit, Rohstoff-Sicherheit, Sicherheit in den Technologien bei Energie und Klimathemen und auch bei der wirtschaftlichen Resilience voranzukommen.

00:05:56: Jetzt sind schon ein paar sehr wichtige Stichworte gefallen wie zum Beispiel die NATO-Partnerschaft, das Thema Rohstoffsicherheit und auch die Zusammenarbeit Deutschlands und Australiens.

00:06:07: Da will ich später auch noch mal darauf eingehen.

00:06:09: aber wenn ich dich jetzt gerade richtig verstanden habe dann heißt es eigentlich hat sich eher weniger Australien selbst verändert als unser Blick auf das Land.

00:06:19: denn lang ist in Australien Ja, sehr weit weg von den großen Krisen dieser Welt.

00:06:24: Aber heute liegt das Land ja in einer Region, in der sich viele der zentralen Konflikte und Machtverschiebungen des einundzwanzigsten Jahrhunderts abspielen.

00:06:34: Wie hat das Australiens Blick auf Sicherheit- und Außenpolitik verändert?

00:06:40: Ja wie du sagst unser Blick hat sich auf Australien verändert aber auch vielleicht auch Australiens Blick einen Stück weit auf den Indo-Pacifik.

00:06:47: also Zunächst ist ja mal richtig und das hat jetzt weniger mit dem Blick zu tun, sondern einfach mit ein paar Tatsachen.

00:06:54: Ist das natürlich ein wichtiger strategischer Raum?

00:06:57: Ich hatte ja schon zu Beginn gesagt dort liegen viele zentrale Handelsrouten aber auch eben wichtige Wachstumsmärkte Und auch dort finden jetzt momentan sehr viele Sicherheitspolitische Risiken statt auf die wir reagieren müssen.

00:07:11: Das eine ist wie ich schon gesagt habe die Rivalität zwischen China und den USA.

00:07:17: Hier sehen können auch gerade im Indo-Pacific.

00:07:19: China baut seine militärischen Fähigkeiten vor allem eben zur See, aber auch im Raketenbereich stark aus.

00:07:25: Ich glaube wir verfolgen alle wie China auftritt im südchinesischen Meer und wie bedrohlich es sich zum Teil gegenüber seinen Nachbarn verhält.

00:07:35: Philippinen vor allem, aber eben auch wie stark es eben auch wirtschaftliche Abhängigkeiten dazu nutzt um Druck auszuüben und das politisch auch für sich zu nutzen.

00:07:45: Und was wir auch sehen, ist, was immer oft als Grauzonen-Taktiken genannt wird also so Provokationen, Sabotage-Ektakte oder militärische Signale unterhalb der Schwelle eines offenen Konflikts wo man dann nicht so genau weiß wie reagiert man da gleich drauf?

00:08:00: Vor allem in Taiwan, aber im südchinesischen Meer.

00:08:02: Aber auch in Bezug auf Australien.

00:08:05: Da war zum Beispiel an chinesische Marineaktivitäten.

00:08:08: Das war letztes Jahr im Februar-März in der Tasmanischen See also direkt vor der Haustür und da fanden dann eben auch Umrundungen statt des australischen Kontinents Und das wurde natürlich in Australien sehr kritisch wahrgenommen.

00:08:24: Gleichzeitig ist das ja nicht unbedingt so ein regionaler Konflikt nur.

00:08:28: Sobald China da praktisch genannt wird, reagieren die USA und auch die Partner eben mit stärkerer militärischer Präsenz – mit neuen Sicherheitsformen, Orkus – darüber werden wir sicherlich noch sprechen und mit anderen technologischen Kooperationen.

00:08:45: Und ja, um ab diese neue Sicherheitspolitische Herausforderung zu reagieren hat auch Australien jetzt reagiert.

00:08:52: Gerade in den letzten Jahren.

00:08:53: es hat zum Beispiel seine verteidigungspolitische Ausrichtungen nachjustiert.

00:08:57: also genau so wie wir vielleicht Australien als weit weg Down Under wahrnehmen hat sich Australien immer sehr stark auf seiner geografischen Distanz verlassen können und die gibt es in dem Sinne nicht mehr so.

00:09:11: Du hast Bereits die globalen Konflikte angesprochen, diese globalen konflikte erklären vielleicht auch warum Australien heute ganz andere sicherheitspolitische Entscheidungen trifft als nach vor zehn oder fünfzehn Jahren.

00:09:24: Und eines der sichtbarsten Beispiele dafür ist wahrscheinlich Orkis das hast du eben erwähnt.

00:09:29: Australien und Großbritannien haben mit OrkIS eine Sicherheitspartnerschaft geschaffen die unter anderem die Lieferung nukleärbetriebener U-Boote vorsieht und die militärische Zusammenarbeit deutlich vertiefen soll.

00:09:46: Was sagt dieses Abkommen über die Sicherheitslage im Indo-Pacific aus?

00:09:51: Und über die Rolle, die Australien künftig in der Region spielen möchte!

00:09:55: Vielen Dank für die Frage.

00:09:56: August ist natürlich ein Thema, das mich sehr oft und sehr intensiv begleitet seit ich in Australien angekommen bin und die Arbeit übernommen habe.

00:10:05: Es ist auch ein ganz wichtiges Element der Verteidigungsstrategie Australiens.

00:10:11: Also vielleicht erkläre ich nochmal, wo was es geht bei AUKUS?

00:10:14: Weil ja ist so wichtig ist in der Verteidigungspolitik des Landes.

00:10:20: Es ist ein Abkommen mit den USA und Großbritannien und das stand eigentlich schon im Jahr zwanzig als eine Reaktion auf das verschlechterte Sicherheitsumfeld im Indo-Pacifik.

00:10:30: Also der bekannte Teil, es gibt nämlich Pillar One und Pillar Two.

00:10:33: Und Pillar one ist die Erwerb konventionell bewaffneter nuklearbetriebener U-Boote.

00:10:39: Diese Boote haben einfach eine größere Reichweite und eine längere Einsatzdauer als konventionelle U-Booten.

00:10:45: Für Australien ist das entscheidend, weil die relevanten Einsatzräume eben weit entfernt liegen.

00:10:51: Es geht da um Präsenz, um Aufklärung aber auch um Abschreckungen in diesem riesigen Maritimraum, Indopazifik – das ist ein riesiger Raum!

00:10:59: Und was man oft nicht hört in der Diskussion ist, dass Orkus noch eine zweite Dimension hat.

00:11:04: Dieser Pillar II, bei den auch immer zunehmend mehr gesprochen wird – da geht es um Zukunftstechnologien.

00:11:10: Cyber-, künstliche Intelligent-, Quantentechnologie- Aber alles, was man so elektronische Kampfführung und autonome Systeme dazu braucht, sollte auch eine Rolle spielen.

00:11:21: Das heißt das ist ein ganz wichtiger Bestandteil also U-Boote auf der einen Seite aber eben auch diese Verbindung zwischen Sicherheitspolitik, Technologie in der Industriepolitik.

00:11:30: Das heißt also, Orkus ist mehr als so ein U-Boot-Projekt.

00:11:33: Dazu wird es manchmal aus meiner Sicht in den Diskussionen reduziert und steckt eben eine breitere Strategie dahinter – diese Mehrreichweite, mehr Durchsetzungs-, oder Durchhaltefähigkeit und eben diese technologische Kompetenz auch zu bekommen die eben Australien sich vor allem durch die Zusammenarbeit mit den USA zum Teil auch mit Großbritannien versucht zu erwerben.

00:11:55: Könnte Orkus denn die Rolle Australiens künftig in der Region verändern?

00:12:00: Ich hatte ja erwähnt, Chinas Politik und Chinas Vorgehen im südschinesischen Meer.

00:12:06: Aber auch die Gefahren, die durch beispielsweise blockaten wichtiger strategischer Handelsrouten führen können, dass man sozusagen handlungsfähig bleibt.

00:12:18: Und vor allem eben auch diese australische Verteidigungstrategie – dieses Strategy of denial wenn tatsächlich dann ein Ein Angriff käme, dass man den eben möglichst weit von seinem Territorium aus begegnen kann.

00:12:33: Das glaube ich ist nochmal eine ganz wichtige Idee dahinter um eben Australien fit zu machen für die Sicherheitspolitischen und Verteidigungspolitische Herausforderungen im ein-zwanzigsten Jahrhundert.

00:12:44: Australien gilt ja als einer der engsten Verbündeten der Vereinigten Staaten und gleichzeitig erleben wir aber auch eine Phase der großen Unsicherheit über die künftige Rolle Amerikas in der Welt.

00:12:56: Wie blickt man den Camberra auf die Vereinigten Staaten und welche Erwartungen verbindet Australien heute noch mit seinem wichtigsten Sicherheitspartner?

00:13:05: Ja, eine sehr spannende Frage.

00:13:08: Also ich glaube also grundsätzlich man hat alle möglichen Sichtweisen.

00:13:12: es ist ne sehr offene Debatte aber man kann sagen die USA bleiben Australiens wichtigster sicherheitspolitischer Partner.

00:13:18: das ist wie bei uns und Die Grundlage ist bei Australien dieser Ansys Vertrag von oneinzehnteinfünfzig.

00:13:26: Und dass was eben ein bisschen anders ist als in Europa ist da kommt noch diese sehr enge nachrichtendienstliche Zusammenarbeit vielleicht Mal gehört von diesem Five Eyes verbunden mit den USA.

00:13:36: Da ist noch Großbritannien dabei, Kanada und Neuseeland Und das ist auch für Australien weiterhin zentral, denn es erhält dadurch Zugang zu Informationen, Technologien und Fähigkeiten die es alleine kaum erhalten könnte.

00:13:48: Also deswegen ist diese Partnerschaft immer noch sehr eng und weil wir das auch weiterhin bleiben und durch OKOS ist sie jetzt nochmal enger geworden.

00:13:56: Trotz aller Kritik, die wir vielleicht jetzt hören aufgrund der Vorgehensweisen oder Äußerungen.

00:14:04: Es führt auch zum US-Präsenz in Australien, weil eben die OKOS bedeutet mehr gemeinsame Planung.

00:14:10: Eben auch Kooperationen bei Cyber oder Space – auch im logistischen und im verteidigungsindustrialen Bereich.

00:14:18: Und man muss auch dazu sagen, dieser Pivot to Asia für die USA ist Australien.

00:14:23: Weil es eben in dieser Indo-Pacifik in der sehr wichtigen Region ist strategisch sehr wertvoll.

00:14:29: Es ist auch ein politisches stabiles Land militärisch interoperabel und eben geografisch günstig gelegen.

00:14:36: Beispielsweise Nordaustralien gibt es eben viel Raum das sind relativ großer Kontinent Raum für Übungen Logistik Luftoperationen und dass alles spielt natürlich auch nochmal hier eine Rolle.

00:14:49: Auch wenn das, und das ist glaube ich muss man auch noch mal sagen, dass Verhältnis nicht frei von Spannungen.

00:14:55: Also das ist nicht anders als in Europa.

00:14:57: Und immer wieder wird diskutiert, dass Australien sich vielleicht zu stark an die USA anbindet eben durch OKOS, eben durch andere und damit vielleicht auch so seine eigene Souveränität-, Handlungsfähigkeit verliert?

00:15:12: glaube ich auch noch mal die Aufgabe jetzt in Australien von dieser amerikanischen Abschreckung, von dem Potenzial von dieser Zusammenarbeit zu profitieren und das wollen alle.

00:15:21: Aber auch eben das Interesse nicht automatisch in jeden Konflikt hineingezogen zu werden.

00:15:26: Und was auch wichtig ist China bleibt wirtschaftlich wichtig also wenn man... Das ist immer interessant wenn man in den sicherheitspolitischen Debatten dabei ist.

00:15:35: Da ist natürlich immer ganz klar, woher die Gefahr kommt und wie sich Australien aufstellen muss.

00:15:41: aber es gibt wirtschaftlich gesehen nochmal auch eine andere Dimension, die man glaube ich berücksichtigen muss das eben ja China weiterhin wirtschaftliche große Rolle spielt und der wichtigste Handelspartner

00:15:55: ist.

00:15:59: Aus Zwei-Lin exportiert ja große Mengen seiner Bruststoffe nach China und ist auch wirtschaftlich eng mit dem Land verflochten, wie du sagst.

00:16:07: Gleichzeitig gehört Camara heute aber zu den deutlichsten Stimmen wenn es um sicherheitspolitische Risiken im Umgang mit Picking geht.

00:16:16: Wie ist dieser Spannungsfeld entstanden?

00:16:19: Und was können europäische Staaten dort auslernen?

00:16:23: Ja, China.

00:16:23: Das ist auch so.

00:16:24: neben den USA ist natürlich China das große Thema und immer wieder diskutiert die Frage wie du sagst was kann man eigentlich lernen in der Auseinandersetzung?

00:16:35: In den Beziehungen und wie bei Europa?

00:16:38: diese Beziehung sind natürlich sehr vielschichtig.

00:16:40: wir haben ja darüber gesprochen.

00:16:41: auf der einen Seite gibt es diese starken sicherheitspolitischen Bedenken gegenüber China Und gleichzeitig darf man nicht vergessen dass China eben Australiens wichtigster Handelspartner ist.

00:16:52: Ich glaube die erste Lehre war, dass man diese völlige Abhängigkeit vermeiden muss.

00:16:58: Die will ja jetzt gerade bei dem Thema seltene Erden oder auch Verarbeitung von bestimmten Rohstoffen von China haben und Australien hat eben versucht neue Märkte zu erschließen und aber auch eben Unternehmer stärker zu unterstützen, um Partnerschaften zu vertiefen.

00:17:15: Ich glaube es ist ganz wichtig, dass wir – da sind wir ja auf dem Weg dabei – unsere Volkswirtschaften widerstandsfähiger machen.

00:17:22: Und daran knüpft eigentlich an das wir diversifizieren müssen.

00:17:27: Das findet jetzt auch statt.

00:17:28: Idealerweise sollte das vor der Krise beginnen denn wenn wir erstmal unter Druck sind Und danach Alternativen suchen, dann ist es natürlich ein bisschen schwierig.

00:17:37: Da sind wir zum Teil aber besser spät als nie.

00:17:40: Ich glaube, es ist gut dass Europa jetzt eben versucht Abhängigkeiten bei Rohstoffen Technologien und eben auch in den Lieferketten systematisch zu reduzieren.

00:17:49: Aber ich glaube was wir auch draus lernen können ist das eben so eine Entkoppelung von China nicht möglich ist macht auch Australien nicht macht eben keiner soweit ich weiß.

00:17:58: Aber man muss eben dieses De-risking machen, um diese eigene Verwundbarkeit zu reduzieren und zu verkleinern.

00:18:04: Und ich denke, die dritte Lehre ist und da sieht man eben auch jetzt viel Dynamik entstehen.

00:18:09: Ist das wir uns stärker um eine internationale Antwort bemühen?

00:18:13: Also wirtschaftlicher Druck wird eben stärker wenn wir alleine dastehen.

00:18:17: Ich glaube wie sind alle uns dessen bewusst dass wir nicht die EU hätten jetzt beispielsweise bei diesen ganzen Zoll-Tarif auseinandersitzung mit der Trump Administration es noch schwerer wäre für uns.

00:18:28: Und ich glaube, wenn wir jetzt mit Blick auf China und eben auch diese Möglichkeit durch wirtschaftliche Abhängigkeiten unter Druck gesetzt werden, dass wir viel stärker noch mal innerhalb der EU aber auch die G-Sieben, die OECD und die WTO, die so ein bisschen aus der Mode gekommen ist.

00:18:47: Aber die wir stärker nochmal unterstützen sollten.

00:18:49: Dass wir solche Koordinations ... Formate einfach noch mal versuchen zu nutzen, um eben gegen diese es wird oft Economic Cursion genannt oder wirtschaftliche Nötigung.

00:19:01: Ja das klingt so ein bisschen seltsam im Deutschen aber dass man dagegen stärker angeht und eben auch finde ich Resilienz in den Volkswirtschaft zu stärken ja also vielleicht unter dem Strich Ich würde sagen, mit China weiter Handeltreiben ist für alle ein No-Brainer.

00:19:21: Wir können da jetzt nicht so aussteigen aber wir müssen klare Grenzen ziehen und Vorkehren schaffen damit wir eben nicht erpressbar sind.

00:19:27: Und wo siehst du die größten bzw.

00:19:32: die wichtigsten Felder einer vertieften Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Australien?

00:19:37: Wo bestehen bislang vielleicht noch ungenutzte Potenziale?

00:19:42: Also vor allem würde ich sagen, Australien ist für Europa als Rohstofflieferant.

00:19:47: Vor allem in diesen Bereichen Lithium, seltene Erden, Nickel und andere kritische Rohstoffe entscheidend.

00:19:53: Weil hier brauchen wir sozusagen verlässliche Zulieferer um im Bereich wie Batterien, Digitalisierung in der Verteidigungstechnologie aber auch bei den sauberen Energien voranzukommen.

00:20:09: Ich denke da ist es ganz wichtig dass wir einen Schritt nach vorne gehen und die EU und Australien haben ja auch deshalb schon eine Partnerschaft zu nachhaltigen kritischen und strategischen Medialien vereinbart und ich hoffe sehr das da auch ein bisschen Zug reinkommt denn wir haben ehrlich gesagt keine Zeit zu verlieren.

00:20:26: und vielleicht das andere Thema liegt in der Verteidigung, also Deutschland in der Zeitenwende ist auch ein sehr interessanter Partner für australische Unternehmen und umgekehrt auch.

00:20:37: Ja dass man eben versucht da im Bereich Technologien etwa bei Sensorik Cyber Drohnen KI Dass man hier versucht die Unternehmen stärker zusammenzubringen und eben diese Kooperation im Rüstungsbereich anzugehen.

00:20:52: Und schließlich, ja das habe ich auch schon genannt glaube ich hängt so ein bisschen mit den Rohstoffen zusammen.

00:20:56: Auch im Bereich sauberer Energietechnologien dass man da versucht Ja, dass man eben Australien nicht nur als Wertepartner sieht sondern eben als Partner für Sicherheit und für Resilience.

00:21:07: Das heißt Deutschland und Australien müssen heute intensiver über gemeinsame Sicherheits- und Wirtschaftsunfrassen sprechen wenn ich das richtig verstanden hab.

00:21:15: und diese Entwicklung zeigt sich ja auch auf der Ebene der NATO.

00:21:20: Australien ist zwar kein NATO-Mitglied, arbeitet aber seit Jahren eng mit dem Bündnis zusammen und war ja auch zuletzt bei NATO-Gipfel im Prozent.

00:21:29: Was sagt diese Annäherung über die Veränderungen der internationalen Sicherheitsordnung aus?

00:21:35: Diese Zusammenarbeit mit der NATO finde ich interessant.

00:21:38: das ist so dass auf der einen Seite die Motivation jetzt naheliegend ist

00:21:43: weil

00:21:45: Wir haben ja über den Indo-Pacific gesprochen, die Sicherheit ist nicht mehr regional begrenzt.

00:21:49: Da kriegt in der Ukraine beispielsweise oder China es auftreten im Indo-Pazifik und auch Nordkoreas Aufrüstung.

00:21:56: Das alles ist für uns für beide Seiten total wichtig.

00:21:59: also wir haben jetzt hier eine Verknüpfung auf der verschiedenen Konfliktherde Und die NATO sieht Australien da im Übrigen gemeinsam mit Japan, Südkorea und Noseeland eben als wichtige Partner in Indo-Pacific.

00:22:12: Auch wenn sie da eben nicht präsent ist.

00:22:13: aber diese Zusammenarbeit existiert Sie isst dem Rahmen dieser das heißt IPFOR Das sind diese vier Staaten Die mit der NATO hier zusammenarbeiten unter anderem zum Thema Cyberabwehr weil wir ja auch gerade bei China sehr stark diese Grauzonaktivitäten beobachten Resilienzhyperide bedrohung Aber auch dieses Thema Unterstützung der Ukraine, die bei Australien sehr stark dabei ist.

00:22:41: Das sind Themen wo konkret Kooperation gemacht wird und unmöglich ist.

00:22:48: Lass uns zum Schluss gerne noch mal auf die Zukunft blicken Sabina!

00:22:51: Wenn du auf die kommenden zehn Jahre schaust, welche Rolle wird Australien in der internationalen Ordnung spielen?

00:22:58: Und warum sollten Deutsche und europäische Entscheidungsträger diese Entwicklung aufmerksam verfolgen?

00:23:04: Ja, also Australien verändert seine Rolle.

00:23:07: Vielleicht auch unser Blick verändert sich auf Australien aus den eben diskutierten auch veränderten Rahmenbedingungen.

00:23:16: Es ist nicht mehr nur diese entfernte westliche Demokratie am Rande des Indo-Pacific Down Under.

00:23:24: Australien will aktiver gestalten.

00:23:27: Das sieht man vor allem in der Diplomatie im Pazifik.

00:23:29: auch gegenüber den Pazifischen Inselstaaten, da war ja auch vor Kurzem ein Besuch des Außenministers bei auf einigen Insel Staaten – auch in Deutschland nimmt man eben diese strategische Rolle dieses Raumes noch mal stärker wahr.

00:23:44: und ich glaube gerade im Bereich Verteidigung regionale Partnerschaften, auch gerade Entwicklungspolitische Maßnahmen gemeinsam mit Australien oder zumindest Abstimmung, Koordination in den impazifischen Raum in einigen der Inselstaaten sind ganz wichtige Themen an denen wir arbeiten können und wo es auch einen Interesse gibt mit uns zusammenzuarbeiten.

00:24:05: Die anderen Themen sind Rohstoffsicherheit und Technologie – auch ein sehr wichtiges Thema vielleicht auch Raumfahrt.

00:24:13: Dieses Thema finde ich, was auch unmittelbar mit Verteidigungspolitik zusammenhängt immer mehr ist ein Thema das sich eben für die Partnerschaft und für die Zusammenarbeit sehr lohnt.

00:24:24: Und ich sehe da eine Chance für Deutschland und für Europa eben Australien nicht nur als diesen Handelspartner zu sehen sondern dass wir eben Australier als so einen strategischen Partner in den Sicherheits- und Verteiligungspolitischen Fragen sehen und auch dass Australien uns in diesem Bereich stärker wahrnimmt ohne dass das natürlich ein Entweder-Oder ist, die USA.

00:24:46: Sondern dass das eben eine Ergänzung ist und wir daran arbeiten gemeinsam hier Verantwortung zu übernehmen und solche Partnerschaften zu bilden wo wir als gleichgesinnte Demokratien auch daran arbeiten, dass bestimmte Dinge weiter erhalten werden wie die internationale Ordnung, wie beispielsweise auch internationale Institutionen.

00:25:09: Dass wir eben versuchen hier möglichst eine breite Kooperation aufzustellen, die uns in vielen Bereichen einfach nützt.

00:25:17: Dann beobachten wir aus Berlin in den nächsten Jahren wahrscheinlich deutlich genauer als bisher.

00:25:22: Vielen Dank Sabina!

00:25:24: Danke schön

00:25:27: Das war eine weitere Befolge von AuslandsInfoSpotlight, dem Außenpolitik-Podcast der Konvert-Adenauer Stiftung.

00:25:33: Sabina Weltner und ich haben uns heute am ersten Juli unterhalten.

00:25:37: Vielen Dank fürs Zuhören – bis zum nächsten Mal!

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