Von Malakka bis Hormus – Wie verwundbar ist die Weltwirtschaft?

Shownotes

Die Spannungen rund um die Straße von Hormus und die Angriffe auf Handelsschiffe im Roten Meer haben gezeigt, wie schnell regionale Krisen den internationalen Warenverkehr treffen können. Damit rücken auch andere wichtige Seewege stärker ins Blickfeld – darunter die Straße von Malakka. Die Meerenge zwischen Malaysia, Indonesien und Singapur gehört zu den wichtigsten Handelsrouten der Welt. Für China ist sie eine strategische Lebensader, für die exportorientierte deutsche Wirtschaft ein wichtiger Teil der Handelsverbindungen mit Asien. Ihre Bedeutung macht sie aber auch zu einem Schauplatz wachsender internationaler Konkurrenz. Kann Europa seine Abhängigkeiten verringern, ohne sich wirtschaftlich abzuschotten? Darüber sprechen wir in dieser Folge des Podcasts mit Dr. Denis Suarsana, Leiter des Politikdialogs Singapur der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Die aktuelle Ausgabe der Auslandsinformationen, des Außenpolitik-Magazins der Konrad-Adenauer-Stiftung, ist hier online abrufbar: https://www.kas.de/de/web/auslandsinformationen/ausgaben/detail/-/content/lateinamerika-der-unterschaetzte-partner

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00:00:04: Auslandsinfo, Spotlight – um die Welt mit der Konrad-Adenauer

00:00:08: Stiftung.

00:00:14: Seit den Angriffen auf Handelssiffe im Bruten Meer und den zunehmenden Spannungen rund um die Straße von Hormuz stehen Matri-Team-Handelsbooten stärker im Mittelpunkt internationaler Krisen.

00:00:25: Dabei richtet sich der Blick zunelement auch auf andere strategische Nadelörde allen Vorbarn auf die Straße Malacca Die knapp neunhundert Kilometer lange Meerenghe verbindet den indischen Ozean mit dem südchinesischen Meer und zählt zu den wichtigsten Handelsbruten der Welt.

00:00:43: Lange galten solche Seewege vor allem als Thema für Räderrhein- und Logistikunternehmen, heute beschäftigen sie Regierungen, Streitkräfte und Sicherheitsbehörden Denn es geht längst nicht mehr nur im Warenverkehr.

00:00:55: Es geht um wirtschaftliche Abhängigkeiten, strategischen Einfluss und die Frage wie widerstandsfähig globale Lieferketten tatsächlich sind.

00:01:04: Die Erbarte Deutschland ist als Export- und Industrienation auf sicherter Seewege stabile Lieferketten und verlässliche Handelspartner angeließen.

00:01:13: Aber wie verwundbar ist dieses System?

00:01:15: War darum geraten mehr engen Zunehmend in den strategischen Wettbewerb der Großmächte – und welche Lernen sollte Europa daraus

00:01:22: ziehen?".

00:01:23: Darüber spreche ich heute mit Dr.

00:01:24: Dennis Suasana, er leitet den Politik-Dialog Singapur der Konrad-Adenauer Stiftung und baut dort derzeit den Global Hub für Geoeconomie auf!

00:01:33: Mein Name ist Bernhard Taschkoper Branden, herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Auslands Info Spotlight.

00:01:47: Hallo Dennis, schön dass du wieder da bist.

00:01:50: Hallo, freue mich wieder hier zu sein.

00:01:52: Du warst ja schon mal Gast bei unserem Podcast und kannst dich sicherlich noch an unsere kleine Aufwärmbrunde erinnern.

00:01:58: Wie immer gebe ich Teilsätze vor, die du bitte vervollständigst okay?

00:02:02: Okay

00:02:05: Wer die Weltwirtschaft verstehen will muss

00:02:08: Heute auch verstehen wie internationale Machtstrukturen funktionieren Und welche Länder über welche wirtschaftlichen Hebel verfügen.

00:02:16: Wenn Handelsduten blockiert werden merkt Europa das zuerst bei

00:02:22: Bei sein eigenen Handelsverbindungen, Import-Export aber natürlich wie jetzt gerade bei der Straße von Hormus im Bereich Energie.

00:02:30: Mehr engen sind heute

00:02:33: die wichtigsten Handelsrouten der Welt, aber eben auch immer mehr ein geopolitisches Instrument.

00:02:44: Denn es lange wurden Handelstruten vor allem als wirtschaftliche Infrastruktur getrachtet.

00:02:49: Aber heute sind sie auch Teil der sicherheitspolitischen Debatte.

00:02:54: Wartum sind Seewege und Lieferketten inzwischen zu einer tragisch-strategischer Sicherheit geworden.

00:03:00: Diese SeeweGE, über die wir hier sprechen, sind ja schon seit Jahrzehnten die Lebensadern der Weltwirtschaft – wenn sie sogar nach Jahrhunderten oder Jahrtausenden – und heutzutage natürlich von noch viel größerer Bedeutung, wenn wir uns angucken wie stark unsere Wirtschaft globalisiert ist und wie stark die Weltwirtschaft integriert ist.

00:03:19: Fast neunzig Prozent aller gehandelten Güter werden per Schiff transportiert Und es ist auch nichts Neues, dass einige dieser Seewege eben Nadelöhre sind was den globalen Handel angeht und das deren Blockade natürlich erhebliche Konsequenzen für die weltweiten Handelströme haben kann.

00:03:37: Da hatten wir ja auch in den letzten Jahren genug Beispiele.

00:03:40: Viele erinnern sich bestimmt noch an diesen quer stehenden Tanker im Suess-Kanal, an die Staus von hunderten wenig Tausenden von Schiffen, an den Häfen wegen der langsamen Abfertigung während Corona.

00:03:52: Dann gab es einmal den Fall, dass es zuniedrigen Wasserstand im Panama-Kanal gab wegen der Trockenheit.

00:03:57: Da gibt's auch immer wieder diese Fälle der Priraterie.

00:04:01: Was aber eben mit Blick auf die jüngere Vergangenheit neu ist sind das wir angesprochen haben, die geopolitischen Entwicklungen, die das Recht auf Freischiff hat genau durch diese Seewege gefährden oder potenziell gefährden könnten.

00:04:17: Ein aktuelles Beispiel ist ja ganz klar die Straße von Hormuz Aber auch die Angriffe der Houthi Rebellen im Roten Meer, in dieser Mehrenge von Bab Alman Dab.

00:04:27: Aber zum Beispiel auch zu Jahrzehntzweiundzwanzig die Polkade der ukrainischen Schwarzmeerhilfen durch Russland.

00:04:33: und aus meiner Sicht hat das zwei Ursachen.

00:04:36: des eine ist natürlich technologische also gerade in der Militärtechnologie insbesondere mit Blick auf Drohnen.

00:04:46: es ist einfach viel einfacher geworden und auch viel billiger so ne glaubhafte Bedrohung aufzubauen dass man faktisch eine Schließung einer solchen Seestraße erreichen kann.

00:04:56: Wir sehen es ganz deutlich jetzt bei den Hutis, die ja wirklich nur eine Rebellengruppe sind aber trotzdem militärisch in der Lage quasi das gesamte Rote Meer zu schließen.

00:05:05: Die zweite Ursache, die ich sehe ist eben eine zunehmende Unterminierung des internationalen Rechts im Allgemeinen Aber das betrifft natürlich auch das internationale Seerecht und damit natürlich auch Das Recht der Freiheit der Schifffahrt.

00:05:19: Und da ist natürlich Hormuz und die iranische Blockade.

00:05:22: Das aktuelle ist ein Beispiel, aber wir müssen nicht lange zurückdenken im Jahr zwanzig als Donald Trump forderte Die USA müsste den Panama Kanal kontrollieren.

00:05:32: auch das ist ja so eine Unterminierung des des internationalen rechts in dem Bereich.

00:05:37: und damit zumindest teilweise verbunden Ist natürlich die Nutzung wirtschaftlicher Abhängigkeiten und eben auch wirtschaftliche Abhängigkeit wenn es um solche Handelsrouten geht als geopolitischer Hebel.

00:05:48: Und dazu gehört natürlich diese Einschränkung der freien Schifffahrt, aber auch zum Beispiel Sanktionen die dann eben bestimmten Ländern aufgedrückt werden.

00:05:58: Das heißt wirtschaftliche Abhängigkeiten sind heute immer auch gleich sicherheitspolitische Abhängigkeit?

00:06:05: Das kommt natürlich auf den Bereich an... Aber Abhängigkeiten sind ja quasi per Definition in Bereichen, wo es dann kritisch wird.

00:06:12: Weil sonst wäre man nicht wirklich abhängig und da würde ich sagen Ja ist das auf jeden Fall eine strategische Sicherheitsfrage.

00:06:19: Ich muss aber dazusagen im Grunde genommen haben wir die letzten Jahrzehnte so ne Sondersituation erlebt, wo all das keine große Rolle zumindest in unserem westlichen Diskussion gespielt hat.

00:06:30: Das ganze Thema Wirtschaftssicherheit, Abhängigkeit spielt keine große Role Aber es ist ja eigentlich eine historische Ausnahmesituation gewesen.

00:06:38: Du hast jetzt bereits auch schon wichtige Handelsbluten erwähnt, beispielsweise die Straße von Hormuz – der Name fällt wirklich sehr oft.

00:06:47: Ein anderer Name taucht dagegen deutlich seltener auf?

00:06:50: Die Straße von Malacca!

00:06:52: Dabei gilt sie als einer der wichtigsten Handelsbruten in der Welt.

00:06:56: Vielleicht beginnen wir an dieser Stelle mal ganz grundsätzlich... Wo liegt die Straße von Malacca eigentlich und waarher ist sie für den Welthandel so bedeutend?

00:07:06: Ja, die Straße vom Malakka liegt zwischen Indonesien, Malaysia und Singapur.

00:07:11: Und es an ihrer engsten Stelle zwei Komma fünf Kilometer nur breit benannt nach der malaysischen Stadt Malaca, von wo aus die Straße jahrhundertelang kontrolliert wurde bis Singapura aufstieg zu diesem großen Hub.

00:07:24: Und die Straße ist deswegen natürlich so bedeutend, weil knapp ein Viertel des weltweiten Güterhandels durch diese Straße läuft und sie damit mit Blick auf das Volumen des Handels die wichtigste Handelsroute der Welt ist.

00:07:37: Die Straße liegt ja tausende Kilometer von Deutschland entfernt aber so wie wir im Falle einer Strasse von Hormuz ja auch gesehen haben könnte ja auch hier eine Störtung unmittelbare Folgen für uns haben oder?

00:07:51: Ja natürlich!

00:07:51: Deutschland und natürlich auch die anderen EU-Volkswirtschaften gehören jetzt zu den am stärksten weltweit integrierten Volkswirtschaften.

00:07:58: Das heißt, die Störung einer so wichtigen Handelsroute, die ja vor allem eine wichtige Handelsruhe zwischen Europa und Asien ist in der er den Pazifischen Ozean mit dem Indischen Ocean verbindet – die hat enorme Auswirkungen auf Europa oder hätte enorme Auswirkung auf Europa gerade weil für uns ja auch das Asiengeschäft so wichtig ist!

00:08:19: Und um das ganze Gweifbatter zu machen, was würde denn eine Längertestörung ganz konkret für deutsche Unternehmen und Verbraucher bedeuten?

00:08:27: Also steigende Preise oder Produktionsausfälle vielleicht.

00:08:31: Ich glaube dass ganz konkret zu sagen ist sehr schwierig.

00:08:34: Das haben wir jetzt auch gesehen mit der Blockade der Straße von Hormuz wo es ja am Anfang als das dann über das März glaub ich passierte viele Beobachter gesagt haben, der Ölpreis wird jetzt auf zweihundert Dollar steigen und wird möglicherweise jahrelang über hundert Dollar sein.

00:08:51: Es wurde von einer weltweiten Ernährungskrise gesprochen.

00:08:56: Und am Ende ist es dann doch ein bisschen anders gekommen.

00:08:59: die Folgen waren trotzdem natürlich verheerend in all diesen Bereichen aber lange nicht so wie man es erwartet hat.

00:09:07: Die Frage ist natürlich immer gibt es Ausweichrouten was zum Beispiel bei der Straße von Malacca Die Seewege durch Indonesien wären, dann gibt es die Straße von Sunda.

00:09:16: Die Straße von Lombok.

00:09:17: Die Strasse von Makassar.

00:09:19: Die Frage wäre natürlich, wären diese Seewegen noch offen?

00:09:21: Wenn die Straße vom Malaka blockiert wäre zum Beispiel militärisch... So ist die Frage, kann man nicht auch Liefer-Ursprungsländer diversifizieren?

00:09:30: Kann man nicht bestimmte Güter substituieren?

00:09:35: Es ist glaube ich so komplex!

00:09:37: Da sehen wir jetzt bei der Straße von Hormuz und Malakka wäre vielleicht sogar noch komplexer dass man es nicht genau vorhersehen kann.

00:09:43: Aber was natürlich sicher der Fall ist, was du auch gerade gesagt hast, ist eine Preisteigerung.

00:09:48: allein selbst wenn alle Schiffe durch diese indonesischen Seestrassen fahren könnten würden sie ja deutlich länger brauchen.

00:09:55: das heißt es gäbe da auch knappheit bei den Kapazitäten.

00:09:57: wie gesagt höhere preise möglicherweise auch knapp halt bestimmt der Güter was dann auch zu Schwierigkeiten in den Lieferketten führen könnte zur Produktionsstopps europäischen Industrieunternehmen.

00:10:10: All das, glaube ich ist relativ vorhersehbar.

00:10:13: aber die Intensität oder die Qualität der Konsequenzen für Deutschland und Europa, die würde ich jetzt nicht beziffern wollen.

00:10:21: Dennis wer kontrolliert eigentlich die Straße von Malaka?

00:10:25: Die Straße von malaka wird gemeinsam kontrolliert von Indonesien Singapur Malaysia und Thailand.

00:10:31: es gibt ja bestimmte Durchfahrtsregeln Es gibt auch einen manchmal etwas schleppenden Kampf gegen lokale Piraterie, die ja durchaus ein Problem ist in Malaka oder in der Straße von Malaka.

00:10:42: Und es gibt natürlich auch mehrere Häfen, die dann angesteuert werden.

00:10:46: Diese Infrastruktur braucht man ja auch in diesen Wasserstraßen um die Schiffe zu versorgen und der wichtigste Hafen natürlich sind.

00:10:52: Singapur alles eben einen sogenannten Bunkerhafen ist wo diese Schiffe auftanken können.

00:10:57: aber natürlich ist das alles sehr abhängig vom politischen Willen zusammenzuarbeiten der Anreinerstaaten.

00:11:05: Mir ist bei meiner Recherche aufgefallen, dass immer wieder ein Land besonders häufig im Zusammenhang mit der Straße von Malacca fällt und das ist China.

00:11:14: China gilt als einer der wichtigsten Nutzer dieser Handelslute und gleichzeitig investiert Peking seit Jahren auch in alternative Verkehrswege und baut seine maritime Präsenz aus.

00:11:25: Welche Rolle spielt denn die Straße für Malaca für China?

00:11:28: strategisches Denken?

00:11:30: Ja, für China ist die Straße von Malaka natürlich der mit Abstand wichtigste Handelsweg.

00:11:35: Sechzig Prozent des chinesischen Handelsvolumes geht durch die Straße from Malaka.

00:11:40: bei den chinesischem Ölimporten sind sogar achtzig Prozent.

00:11:43: das heißt die strategische Bedeutung dieser Strasse von Malakas ist für China natürlich enorm und der ehemalige chinesische Präsident Hucin Tao nannte das ja auch mal das Malakadilemma.

00:11:54: Das heißt China kennt da ganz genau seine Verwundbarkeit Und das Szenario, mit dem die Chinesen natürlich arbeiten strategisch ist.

00:12:01: Dass im Konfliktfall genau diese Straße von Malacca zum Beispiel durch den USA blockiert werden könnte um China unter Druck zu setzen und China zieht daraus natürlich Konsequenzen.

00:12:14: Ich denke dass es sicherlich auch eine der Gründe für den massiven Ausbau der eigenen Marine Der in China läuft der natürlich viele andere gründer auch noch hat und die chinesen sind seit einigen jahren dabei zu versuchen, ihre Handels- und Transportwege Richtung Westen zu diversifizieren.

00:12:33: Eben nicht mehr abhängig zu sein von diesem zweikommer fünf Kilometer breiten Nadelöhr zwischen Pazifik und indischem Ozean sondern zum Beispiel durch Pipelines über Land, durch Zentralasien oder eben im Infrastrukturkorridor durch Myanmar eigene Zugänge zum indischen Ozeaan zu bekommen über den Landweg oder eben dann zur Rohstoffvorkommen die westlich von China liegen.

00:12:57: Jetzt hast du eben den Begriff Malacca-Dilemma erwähnt, könntest du das vielleicht nochmal genauer erklären?

00:13:03: Naja, dass malaca-dilemma bedeutet, dass China genau abhängig ist von der Straße von Malakka aber diese Straße ja nicht kontrolliert und Stand heute auch nicht kontrollieren kann und dadurch natürlich sehr verwundbar es genau an dieser Stelle.

00:13:18: Und wie gehen die Anweinerstaaten damit um?

00:13:21: also welche Rolle spielen die da in diesem Zusammenhang?

00:13:25: Ja, alle drei an reiner Staaten plus Thailand was ja auch mit in die Kontrolle eingebunden ist haben natürlich ein großes Interesse daran dass diese Straße offen bleibt und das der Freihandel dort funktioniert.

00:13:37: Auch weil ihre Häfen natürlich massiv davon profitieren.

00:13:41: also man könnte ja auch sagen fast der gesamte Wohlstand Singapurs hin zumindest historisch an dieser Straße von Malacca und der eigenen Hafeninfrastruktur.

00:13:52: Das heißt sie haben dann großes interesse daran Für China natürlich interessant, wenn nicht schwierig ist.

00:13:57: Dass viele von diesen Ländern auch Sicherheitszusammenarbeit mit den Amerikanern haben.

00:14:03: Sprich da ist natürlich aus chinesischer Sicht eine Schwierigkeit.

00:14:08: Wir hatten vor einigen Monaten – das ging ja durch die deutschen Medien – dem Fall dass der indonesische Finanzminister mit Blick auf die Strasse von Homoes auch auf die Idee kamen Man könne gemeinsam in Singapur und Malaysia so einen Maut einführen in der Straße von Malaka.

00:14:25: Das hat für viel Aufregung gesorgt weltweit, weil eben die Universität aufgrund der Situation in der Strasse von Hormuz so groß ist.

00:14:33: aber meiner Meinung nach war das kein ernst gemeinter Vorschlag und das wurde auch sehr schnell wieder von der Regierung eingefangen.

00:14:40: also ich glaube dass Interesse der Länder der Anreiner starten mit der Straße von Malakas sehr groß den Status quo so zu halten wie er ist

00:14:49: Denn es auch andere Staaten bauen ja ihre Präsenz im Indo-Pazifik aus, die USA und ihr Partner.

00:14:55: Und auch Indien?

00:14:57: Kann man sagen dass der Wettbewerb zwischen den Großmächten heute vor allem ein Wett Bewerb um Infrastruktur, Handelswege und Einfluss ist?

00:15:07: Auf jeden Fall werden diese Fragen immer wichtiger, da die wirtschaftliche Macht zunehmend im geopolitischen Wettbetrieb und in Konflikten auch als Instrument eingesetzt wird.

00:15:18: Abhängigkeiten machen verwundbar und schränken die strategischen, im schlimmsten Fall ja sogar die militärischen Handlungsfähigkeit ein.

00:15:25: Und das erleben wir zum Beispiel im Falle Russland und Iran gerade sehr schmerzhaft.

00:15:29: Deswegen ist es für nicht nur die Großmächte – ich glaube für das was man Mittelpowers nennt so wichtig dass diese Länder eben diese sogenannten Jokepoints dir nicht nur Handelswege sein können, denn sie können auch technologische Abhängigkeiten sein oder internationale Finanzströme dass sie diese für sich identifizieren und dann Strategien entwickeln, wie hier Abhängigkeiten reduziert werden können.

00:15:53: Und das gilt natürlich auch für die Europäer und für die Deutschen.

00:15:56: Das ist jetzt das was wir in dieser Situation unbedingt machen müssen.

00:16:00: Damit bringst du mich eigentlich schon zu meiner nächsten Frage denn ich wollte wissen, ob es reagiert jetzt eigentlich Europa darauf?

00:16:07: Denn spätestens seit der Energiekrise sprechen wir viel über Resilience und strategische Autonomie.

00:16:13: Aber was hat sich aus deiner Sicht dadurch tatsächlich verändert?

00:16:16: Also sind Deutschland und Europa heute Widerstandswege als nach vor wenigen Jahren?

00:16:21: Also fairerweise muss man ja sagen, wir sprechen erst seit knapp vier Jahren ernsthaft über diese Themen.

00:16:27: Und dann nach dem russischen Angriff auf die Ukraine-Kommissionspräsentin von der Leyen Und in den gerade mal vier Jahren kann man natürlich nicht jetzt alle Abhängigkeiten, die man sich die letzten Jahrzehnte ja ein Stück weit aufgebaut hat so schnell ausräumen.

00:16:49: Aber was ich positiv wahrnehme sowohl im politischen Berlin als auch in Brüssel ist dass das politische Verständnis für diese Themen und der politische Wille dieser Dinge voranzutreiben auf jeden Fall deutlich stärker ausgeprägt ist erst noch vor wenigen Jahren.

00:17:05: Man muss aber natürlich auch dazu sagen, dass die konkreten Ergebnisse bisher noch überschaubar sind.

00:17:12: Und wir haben ja gesehen, dass in den Jahren Jahr zweiundzwanzig, dreinzwanziger mit Blick auf die Gasabhängigkeit vor allem Deutschlands von Russland was möglich ist wenn die Trinklichkeit gegeben ist.

00:17:23: und vielleicht fehlt im Moment trotz all den weltweiten Entwicklungen, die wir gerade beobachten bei zu vielen hier in Europa noch das Gefühl für diese Trinklichkeiten.

00:17:34: Also würdest du sagen, Europa hat das Ausmaß dieser Abhängigkeiten lange unterschätzt?

00:17:39: Ja sicherlich.

00:17:41: Das war ja damals, schon in der Diskussion, dass wir quasi zu lange uns in einer falschen Sicherheit geweckt haben.

00:17:49: aber das hilft jetzt nicht.

00:17:50: also ist die Realität wie sie ist und man kann es natürlich darüber sprechen wer wann was nicht kommen sehen.

00:17:57: aber ich glaube es ist jetzt einfach wichtiger zu gucken was können wir jetzt machen um unsere Abhängigkeiten zu reduzieren und uns um unsere eigene wirtschaftliche Sicherheit zu stärken.

00:18:08: Wenn Europa unabhängiger werden will, wo sollte es denn dann ansetzen?

00:18:13: Aus meiner Sicht sind's ganz klar zwei Punkte.

00:18:17: das eine ist das ganze Thema Diversifizierung.

00:18:20: darüber sprechen wir jetzt tatsächlich auch schon seit seit drei vier Jahren insbesondere mit Blick auf die Risking von China.

00:18:26: Was isst denn mit the risking von China gemeint?

00:18:30: Im Grunde genommen kann man das ja auch allgemeiner formulieren.

00:18:33: Wenn Abhängigkeiten so groß sind, dass zum Beispiel durch den Wegfall Chinas, nehmen wir mal den Fall seltener Erden.

00:18:40: also fast hundert Prozent der Verarbeitung von seltenen Erden findet in China statt.

00:18:48: Seltener erden sind aber essentiell für die Industrie z.B.

00:18:51: im Bereich Elektromobilität im Bereich erneuerbarer Energien, aber auch zum Beispiel im Microchip-Bereich.

00:18:57: Das heißt, da besteht natürlich eine enorme Abhängigkeit von China und die Risken heißt dann natürlich dass man das Risiko dieser Abhängigkeiten abbauen muss.

00:19:07: Und das geschieht natürlich in erster Linie durch Diversifizierung, sprich man muss die Verarbeitungskapazitäten weltweit ausbauen und man muss selbst als Abnehmer zum Beispiel als Industrieunternehmen oder auch als Staat wenn man das denn dann staatlich regeln will Versuchen seine Lieferanten zu diversifizieren.

00:19:28: Also nicht hundert Prozent aus China, sondern vielleicht nur sechzig Prozent aus China und die anderen vierzehn Prozent aus anderen Ländern.

00:19:34: So das geht eben einher mit dem zweiten Punkt, den ich machen wollte des ganzen Thema Kapazitätsaufbau.

00:19:39: Seltener Erden ist natürlich ein gutes Beispiel weil da gibt es außerhalb von China kaum Kapazitäten

00:19:43: d.h.,

00:19:43: dass ist eine Herausforderung für die ganze Welt vor allem für die industrialisierte Welt in Westen hier Kapazität, außerhalb vom China aufzubauen um überhaupt diversifizieren zu können.

00:19:55: Es ist aber jetzt nicht nur im Bereich seltener Erden, sondern auch wenn wir über andere technologische Abhängigkeiten im Bereich von Halbleitern zum Beispiel sprechen wichtig dass wir in Europa eben auch eigene Kapazitäten aufbauen und so ein Stück weit auch unabhängiger machen von dem was Wirtschafts- und Hanspolitisch da draußen der Welt passiert eigener Technologien, ja einen stückweiten geopolitischen Hebel in die Hand bekommen.

00:20:31: In dem Wettbewerb mit anderen Playern.

00:20:33: Dennis ich finde wenn ich dir so zuhörte man könnte fast den Eindruck gewinnen dass wir gerade eine Zeitenwende der Globalisierung erleben.

00:20:42: Verändert sich gerade das Grundprinzip der Globalisierung?

00:20:46: Ich würde sagen Ja also die Globalisierung geht gerade wirklich durch Wenn wir zurückblicken auf die letzten dreißig Jahre Globalisierung, vielleicht sogar ein bisschen länger.

00:21:00: Dann gab es eigentlich einen Konsens einer liberalen Wirtschaftsordnung freier Handel der eben zu Wohlstand führt und wie er gerade als Europäer und vor allem auch aus Deutschland davon ja massiv profitiert.

00:21:13: Und das Prinzip was die weltweite Wirtschaftsintegration zumindest aus Sicht der Industrieländer getrieben hat war das Prinzip der Effizienz.

00:21:24: Heute gerät dieses Prinzip der Effizienz mit Blick auf die geopolitischen Herausforderungen im weltweiten Wirtschaftssystem immer mehr in Hintergrund und es geht vielmehr um die Themen Resilienz, Sicherheit von Lieferketten, Rohstoffversorgung, wirtschaftliche Sicherheit, geostrategische Überlegungen.

00:21:41: Und die Folge ist ein Stück weit eine Fragmentierung der Weltwirtschaft was wir nicht sehen Rückgang des globalen Handels.

00:21:49: Also wenn man sich da die Zahlen anguckt, der geht stetig weiter nach oben.

00:21:54: Was wir aber sehen können ist zunehmend eine Regionalisierung.

00:21:58: Das hat natürlich auch was damit zu tun das Länder-Franchiring betreiben.

00:22:02: also nochmal das Thema die Risken und diverse Beziehungen zurückzukommen.

00:22:06: Natürlich versuchen Jiva Ketten aufzubauen in denen Vorrang nicht Staaten integriert sind mit denen man gute politische Beziehung hat.

00:22:16: Aber ein anderer Punkt und der kommt in der Diskussion immer ein bisschen zu kurz, meiner Meinung nach ist einfach ein wirtschaftlicher.

00:22:22: Wir haben seit zehn vielleicht maximal zwanzig Jahren einfach die Situation dass ein Großteil des weltweiten Wachstums und der Wirtschaft niedynamik aus den Schwellenländern kommt.

00:22:36: also China ist natürlich das ganz große Beispiel aber auch Indien hat Wachsungsraten von acht Prozent Vietnam auch um die sieben acht Prozent.

00:22:46: Und da ist natürlich enorm viel Dynamik und es passiert immer mehr Handel zwischen diesen Ländern, das heißt wir haben immermehr auch ein Süd-Südhandel dem es früher einfach so in der Qualität gar nicht gab und auch der verändert natürlich die Globalisierung und der verschiebt natürlich auch die Machtgleichgewichte in der weltweiten Wirtschaftswert.

00:23:06: Dann das abschließend noch eine Spargelendur heute einem politischen oder politischen Entscheidern in Deutschland einen Rat geben könntest.

00:23:15: Welche Entwicklung würden wir im Moment noch unterschätzen, gerade auch mit Blick auf das was du zuletzt gesagt hast vielleicht?

00:23:21: Ich glaube dass wir tatsächlich massiv unterschätzen ist unter welchem Druck unsere Unternehmen vor allem auch unsere Industrieunternehmen da draußen stehen.

00:23:32: also ich rede jetzt nicht um den Standort Europa und den Wettbewerb innerhalb Europas sondern wirklich den Wettbewerb, den unsere Unternehmen in Asien und in Lateinamerika sicherlich auch in etwas beschränkteren Maße in Afrika ausgesetzt sind.

00:23:48: Und dass wir da wirklich Gefahr laufen langfristig zurückzufallen und nicht mehr wettwärtsfähig zu sein.

00:23:56: Da glaube ich es ist wirklich politisch gefordert und das scheint mir noch nicht hier wirklich angekommen zu sein.

00:24:02: Dann ist vielen Dank für das Gespräch.

00:24:05: Ich danke

00:24:07: Das war eine weitere Folge von Auslands Info Spotlight, dem Außenpolitik-Podcast der Konrad Adenauer Stiftung.

00:24:14: Dennis Suasana und ich haben uns heute am weißigsten Juli unterhalten.

00:24:19: Vielen Dank fürs Zuhören – bis zum nächsten Mal!

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